Buchmesse 2014

Gelassen in die Zukunft

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Der Buchhandel ist zuversichtlich.Kunden kommen wieder vermehrt in die Läden und schätzen Service.

Frankfurt - Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse hat sich der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, zuversichtlich gezeigt.

Der deutsche Buchmarkt sei weltweit ein Vorbild, was Vielfalt und Qualität der Produkte, seine verlegerische Basis und die Aufgeschlossenheit gegenüber dem digitalen Wandel angehe, sagte Riethmüller gestern in Frankfurt vor der Eröffnung.

Der Buchhandel blickt nach den Worten von Riethmüller zufrieden auf das vergangene Jahr zurück, das einen leicht steigenden Umsatz erbracht habe. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sei der Umsatz wieder um drei Prozent gefallen. Am stärksten betroffen sind Taschenbücher: Hier wurden 7,3 Prozent weniger verkauft als im Vorjahr. Die Buchläden hätten jedoch nur ein Minus von rund 1,5 Prozent verzeichnet. Die Kunden kämen wieder verstärkt in die Läden und schätzten deren Service. „Der deutsche Buchhandel hat keine Angst vor Amazon“, sagte Riethmüller mit Blick auf den Internetgroßhändler. Der Buchhandel selbst verbinde die Angebote am Ladentisch und über den Computer: „Wir können mittlerweile beide: online und offline“, sagte er.

Buchabsatz über den Computer

Der Buchabsatz über den Computer ist nach Aussage von Riethmüller im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen und machte 16 Prozent des gesamten Umsatzes von mehr als 9,5 Milliarden Euro aus. Der Absatz über die Buchläden habe 2013 dagegen leicht auf knapp 49 Prozent des Gesamtumsatzes zugenommen. Einbußen in diesem Jahr hätten vor allem die großen Buchhandlungen verzeichnet. Der E-Book-Markt habe im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf knapp fünf Prozent des Gesamtmarktes zugenommen. „Wir schauen mit Gelassenheit in die Zukunft“, sagte Riethmüller weiter.

Der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, bezeichnete die Messe als „Welthauptstadt der Ideen“. Gegen die Angst vor dem Verlust kultureller Identität, die sich in vielen politischen Krisen ausdrücke, und dem folgenden Rückzug und Beharren auf Altbekanntem schaffe die Buchmesse eine kulturelle und geistige Mobilität. Der Anteil der internationalen Aussteller unter den knapp 7100 sei inzwischen auf 65 Prozent gewachsen. Die Buchmesse trage zur Verständigung bei. Knapp 300.000 Besucher würden wie im Vorjahr erwartet, davon knapp 200.000 Fachbesucher.

Buchmesse 2014: Impressionen

Buchmesse 2014: Impressionen

Die Europäische Union wolle die europäische Literatur in ihrer Vielfalt fördern, sagte der Direktor der Direktion Kultur und Kreativität der EU-Kommission, Michel Magnier, der in Vertretung der EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, Androulla Vassiliou, gekommen war. Die EU unterstütze Übersetzungen und verleihe auf der Buchmesse einen Literaturpreis. In diesem Jahr gehe er an 13 Autoren aus 13 Ländern. Deutschland ist nicht dabei. Erstmals werden heute einige Preisträger des EU-Literaturpreises 2013 auf der Messe diskutieren, darunter Marica Bodrozic aus Deutschland und Katri Lipson aus Finnland.

Bekannte Schriftsteller werden wieder auf der Buchmesse erwartet, darunter Paulo Coelho, Ken Follett, Herta Müller, Thomas Piketty, Wilhelm Genazino, Judith Hermann und Lutz Seiler. Vom Ehrengast Finnland sind 60 Schriftsteller und 30 Fachleute angereist. Das Gastland hat einen Pavillon errichtet und ist in jeder Halle auf verschiedenen Themengebieten präsent. Im Zentrum „Weltempfang“ diskutieren Schriftsteller, Journalisten, Übersetzer und Verleger aus vielen Ländern über aktuelle politische Krisen.

epd/dpa

Quelle: op-online.de

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