Kulturprogramm zur Buchmesse

Auf Entdeckungswegen

Frankfurt - Nach Neuseeland ist es ziemlich weit. Doch wenn dort alle Menschen sind wie Tanea Heke, möchte man am liebsten schnurstracks ins „Land der langen weißen Wolke“ aufbrechen. Von Christian Riethmüller

So heißt die Doppelinsel im Pazifik in der Sprache der Maori, jenes polynesischen Volks, das vermutlich ab dem 13. Jahrhundert Neuseeland oder Aotearoa besiedelte. Die Schauspielerin und Ausstellungsmacherin Tanea Heke ist Maori, vor allem aber ist sie Repräsentantin Neuseelands als Ehrengastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. In dieser Funktion versteht sie es nicht nur, die Werbetrommel für die Kultur des so weit entfernten Inselstaats zu rühren, sondern nebenbei auch die Herzen ihrer Zuhörer in Deutschland im Sturm zu nehmen, wenn sie singt und tanzt und vor allem schwärmt: Von den Autoren, Malern, Tänzern, Musikern, die nach Frankfurt kommen werden, um die kulturelle Vielfalt eines Landes zu präsentieren, das in der Vorstellung vieler Nicht-“Kiwis“ ja vor allem ein Naturparadies ist.

Zur Buchmesse (9. bis 13. Oktober) kann nun überprüft werden, ob Tanea Hekes Schwärmereien berechtigt sind. Parallel zur weltgrößten Bücherschau präsentiert sich die neuseeländische Kulturszene in einigen Ausstellungen, etwa bei der Gruppenschau „Contact“ im Frankfurter Kunstverein oder im Weltkulturenmuseum. Dazu kommen Konzerte, Film- und Tanzveranstaltungen oder auch ein Theaterspektakel wie „Live Live Cinema: Carnival of Souls“, das am 12. und 13. Oktober Kino, Theater und Live-Musik auf der Bühne des English Theatre Frankfurt vereinen wird.

Im Mittelpunkt steht aber selbstverständlich das Buch

Im Mittelpunkt steht aber selbstverständlich das Buch. Immerhin 67 neuseeländische Autoren reisen nach Deutschland, um eine literarische Landschaft vorzustellen, die von pazifischen wie von europäischen wie von asiatischen Einflüssen geprägt ist. Ein „literarischer Entdeckungsweg“ entlang des Frankfurter Mainufers bietet bis zum 16. Oktober Gelegenheit, einen ersten Einblick in die neuseeländische Literatur zu erlangen. Auf und vom Eisernen Steg bis zur Holbeinbrücke sind auf 19 Bodenpostern Zitate von neuseeländischen Autoren aus Gegenwart und Vergangenheit zu lesen.

Auch kulinarisch wird sich Neuseeland vom 9. bis 14. Oktober in Frankfurt und Offenbach vorstellen. 40 Restaurants in den beiden Städten empfehlen in dieser Zeit als besondere Spezialität Neuseelandhirsch, dessen Fleisch für seinen milden Geschmack gerühmt wird.

Ehrengastland Neuseeland

Mit dem Veranstaltungsprogramm des Ehrengastlandes ist die Buchmesse aber noch längst nicht hinreichend als Kulturereignis beschrieben. Dazu tragen auch bewährte Formate wie „Open Books“ bei, das in diesem Jahr zum vierten Mal von der Stadt Frankfurt veranstaltet wird. Über 60 deutschsprachige Verlage geben bei Veranstaltungen im Kunstverein, im Haus am Dom, im Haus des Buches sowie im Römer einen Einblick in ihr Herbstprogramm und präsentieren bei den Lesungen bekannte Autoren wie Martin Walser, Bodo Kirchhoff, Jenny Erpenbeck und auch den Gewinner des Deutschen Buchpreises 2012, der am 9. Oktober auch auf der Eröffnungsveranstaltung „Das blaue Sofa“ im Schauspiel Frankfurt erwartet wird.

Eine Institution ist längst die Veranstaltung „Literatur im Römer“ bei der einmal mehr die erste Garde der deutschsprachigen Literatur in den Römerhallen ihre neuen Werke vorstellen wird.

Zum vielfältigen Kulturprogramm rund um die Buchmesse informieren diese Seiten:

www.openbooks-frankfurt.de

www.kultur-frankfurt.de

www.buchmesse.de/de/ehrengast

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/ Rainer Sturm

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