Kern will in Rödermark die dritte Amtszeit

Bürgermeisterwahlen in der Region im Superwahljahr

Offenbach - 2017 hat kaum begonnen, da hat es schon seinen Spitznamen weg: Superwahljahr. Und das nicht zu unrecht. Blicken wir doch auf eine Bundestagswahl und drei Landtagswahlen sowie in der Region auf eine Landratswahl und fünf Bürgermeisterwahlen. Von unseren Redaktionen 

Nachfolgend eine Vorschau auf die Kür der Stadtoberhäupter. In Offenbach ist noch einiges offen. Als Erstes stand fest: Die CDU schickt Jutta Nothacker ins Rennen; die 52-Jährige ist in Obertshausen aufgewachsen und war 1998 bis 2008 Bürgermeisterin in Glashütten; veränderte Mehrheiten kosteten sie 2011 ihren Job als Erste Beigeordnete des Rheingau-Taunus-Kreises. Bis 20. Januar hatte sich die SPD Zeit gelassen mit der offiziellen Bestätigung: Der 63-jährige Amtsinhaber Horst Schneider, der 2006 dem Genossen Gerhard Grandke folgte und 2011 wiedergewählt wurde, tritt nicht mehr an. Es bewirbt sich der als Kronprinz gehandelte SPD-Vorsitzende Felix Schwenke (37), den die regierende Tansania-Koalition vergangenes Jahr als Stadtkämmerer abgewählt hat. Öffentlich Präsenz verschafft ihm das Amt eines ehrenamtlichen Stadtrats, dem der OB und Parteifreund die Verantwortung für Sport, Kultur und Feuerwehr überlassen hat.

Die Pakt-Partner der CDU, Grüne, FDP und Freie Wähler, haben sich noch nicht geäußert, ob sie eigene Kandidaten aufbieten wollen. Als die Grünen mit der SPD verbandelt waren, zeigten sie stets personelle Flagge. Das könnte auch diesmal mit Bürgermeister Peter Schneider der Fall sein, muss es aber nicht. Für die Piraten, deren einziger Stadtverordneter bei der CDU hospitiert, will der kommunalpolitisch bislang nicht in Erscheinung getretene Helge Herget den OB-Sessel entern.

Letztlich dürften die beiden Großen die Sache in einer Stichwahl unter sich ausmachen. Prognosen wären waghalsige Wetten, wenngleich dem ortsansässigen Ex-Kämmerer Schwenke mehr Chancen zugetraut werden als der sich von außerhalb um Wählergunst bemühenden Jutta Nothacker. Unwägbarkeiten bringt der Termin mit sich: Findet der erste Wahlgang gleichzeitig mit der Bundestagswahl (24. September) statt, könnten sich eine höhere Wahlbeteiligung und Mitnahmeeffekte auswirken. Es ist aber derzeit eher wahrscheinlich, dass eine Stichwahl auf den Termin der Bundestagswahl gelegt wird.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Rödermark

In Rödermark entscheiden die Bürger am 5. Februar über ihren Bürgermeister. Der 2005 erstmals zum Verwaltungschef gewählte Grünen-Politiker Roland Kern (69) tritt nach zwei Amtszeiten noch einmal an, weil der ursprüngliche AL-Kandidat Karl Schäfer Ende Oktober überraschend verzichtet hatte. Auch Herausforderer Carsten Helfmann (43, CDU) ist Nachrücker: Nachdem Erster Stadtrat Jörg Rotter mit Rücksicht auf seine Gesundheit seine Kandidatur zurückgezogen hatte, wurde der Bürgermeister von Eppertshausen nominiert. Sollte sich Helfmann durchsetzen, müsste sich die Gemeinde im Kreis Darmstadt-Dieburg noch in diesem Jahr einen neuen Bürgermeister suchen. Die SPD schickt den Pastor und Unternehmer („Rent a Pastor“) Samuel Diekmann (35) ins Rennen. FDP-Kandidat ist Tobias Kruger (37), Geschäftsführer der liberalen Kreistagsfraktion. Von der Papierform sind Helfmann und Kern die aussichtsreichsten Bewerber. Die FDP hofft auf ein Seligenstädter, die SPD auf ein Heusenstammer Ergebnis.

In Mühlheim fordert bei der Bürgermeister-Direktwahl am 12. März die Erste Stadträtin Gudrun Monat (57, Grüne) den Amtsinhaber Daniel Tybussek (39, SPD) heraus, der seine Ambitionen auf eine zweite Amtszeit schon vor der Kommunalwahl im vergangenen Jahr bekannt gemacht hatte. Im Herbst nominierten ihn seine Sozialdemokraten auch als Partei einstimmig. Monats Kandidatur ist seit Ende Oktober offiziell. Sie tritt als unabhängige Kandidatin an, ist von den Grünen aber ebenfalls einstimmig auf den Schild gehoben worden. Und zuvor schon von den Bürgern für Mühlheim, die damit auf die Benennung eines eigenen Kandidaten verzichten.

Die CDU machte es bis zum Ende der Bewerbungsfrist Anfang Januar spannend, stellt aber ebenfalls niemanden aus den eigenen Reihen und hat sich damit von der Opposition bereits den Vorwurf der inhaltlichen und personellen Schwäche sowie der inneren Zerstrittenheit eingehandelt. Auch eine Wahlempfehlung für Tybussek oder Monat haben sich die Christdemokraten verkniffen. Das war insofern eine Überraschung, als die CDU seit April mit Tybusseks SPD in einer Großen Koalition regiert.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Mühlheim

Ursprünglich hatte Helge Kuhlmann vom vor einem Jahr in Mühlheim gegründeten Ableger der Satire-Partei „Die Partei“ antreten wollen. Er bekam die nötigen 90 Unterstützerunterschriften aber nicht zusammen und musste verzichten. Mit Blick auf die Wahltraditionen in der Arbeiterstadt Mühlheim und seinen Amtsinhaber-Bonus sind Tybussek zwar die größeren Chancen auf einen Sieg zuzurechnen. Gerade in den vergangenen Monaten hat allerdings auch Gudrun Monat eine große Anhängerschar um sich versammelt.

In Dieburg treten gleich fünf Kandidaten, ausschließlich Männer, zur Bürgermeisterwahl am 12. März an. Ein Favorit ist schwer auszumachen, eine Stichwahl gilt als wahrscheinlich. Es geht um die Nachfolge von Werner Thomas (63, CDU), der nach zehn Jahren im Amt nicht mehr antritt. Für die Union geht Renée Exner ins Rennen. Der 44-jährige Physiotherapeut ist Fraktionschef und Stadtverbandsvorsitzender. Daneben treten die parteilosen Kandidaten Frank Haus (42, Rechtsanwalt), Erik Marx (51, Schornsteinfeger), Thomas Disser (62, Geschäftsführer) und Hein Gottfried Fischer (73, Diplom-Sozialpädagoge) an. Die SPD Dieburg unterstützt Disser. FDP, Grüne und Unabhängige Wähler Dieburg (UWD) geben dagegen keine Wahlempfehlung ab. Fischer gilt als Exot, er wohnt in Gangelt bei Aachen und hat die Dieburger Bürgermeisterwahl eigenen Angaben zufolge im Internet für sich entdeckt. Er ist Grünen-Mitglied, wird aber von den Grünen nicht unterstützt.

In Groß-Zimmern, dort wird ebenfalls am 12. März gewählt, scheint alles klar: Einziger Kandidat ist Amtsinhaber Achim Grimm (58, CDU). Er ist seit 2005 im Amt und tritt quasi gegen sich selbst an.

Quelle: op-online.de

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