Hunderte Einheiten im Bau oder in Planung

Bürostadt Niederrad wird Wohnquartier

Frankfurt - Leben zwischen grauen Bürofassaden? Schlafen, essen und Freizeit verbringen, wo andere Menschen hinter Glasfronten vor ihren Bildschirmen sitzen und nachts ganze Straßenzüge leergefegt sind? Für zahlreiche Bürger Frankfurts soll das bald Realität werden. Von Christina Lenz 

Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) und Frank Junker, Vorstand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding, stellten jetzt aktuelle Entwicklungen in der Bürostadt Niederrad vor. Mit einem neuen Bauprojekt wird die ABG Holding ihre Schlüsselrolle als Hauptinvestor auf dem Gewerbeareal ausbauen. Rund um ein altes Bürogebäude in der Harriotstraße 5, das die Wohnungsbaugesellschaft zusammen mit einem Co-Investor revitalisieren will, sollen sieben neue acht- bis zwölfgeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 262 Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss des alten Bürogebäudes plant der Co-Investor eine Kita. Es ist bereits das vierte Bauvorhaben, das die ABG auf dem Gelände realisiert.

„30 Prozent der geplanten Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden“, lobte Cunitz. Der Mietpreis werde zwischen 8,50 Euro für geförderten Wohnraum und 12,50 Euro je Quadratmeter liegen. „Es entstehen also ganz normale Wohnungen für Jung und Alt, für Paare und Familien.“ Ein Abschluss des Projekts sei bis spätestens Ende 2018 geplant. Mit inzwischen 700 geplanten Wohneinheiten und einem Investitionsumfang von 210 Millionen Euro ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft der größte Akteur beim Umwandlungsprozess des Viertels.

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Cunitz betonte die positive Entwicklung der Bürostadt-Konversion. Nach Planungsbeginn 2012 sei alles nur „zögerlich angelaufen“. „Inzwischen gibt es eine große Dynamik“, so der Dezernent. Derzeit befänden sich 700 Wohnungen im Bau, 600 seien genehmigt und weitere 450 stünden kurz davor. „Noch einmal weitere 1400 Wohneinheiten sind in der Bauberatungs-Phase“, so Cunitz. Unter dem Strich dürfte die avisierte Zahl von 3000 Wohneinheiten um 150 überschritten werden. Ein Grund für die starke Dynamik sei das Engagement der Wohnungsbaugesellschaft ABG.

Auch die Preisentwicklung der Gewerbe-Immobilien in den vergangenen Jahren habe den Wohnungsbau nahegelegt. „Die Objekte, die gerade verkauft werden, erzielen ein Drittel der Preise von vor zehn Jahren“, sagte Cunitz. „Wenn sich Gewerbe-Immobilien nicht mehr verkaufen, wird Wohnraum lukrativer.“

Quelle: op-online.de

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