Bauprojekt Neue Mitte in Dreieich 

Weltkriegs-Bunker in Dreieich: Arbeiter machen neue Entdeckung

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Überraschung: Auf dem Gelände der Neuen Mitte in Dreieich entdeckten Bauarbeiter einen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. Inzwischen ist er abgerissen worden. 

Arbeiter haben in Dreieich einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Jetzt legen sie erneut etwas Historisches frei. 

Update vom Mittwoch, 4.12.2019, 20.10 Uhr: Nachdem während Bauarbeiten zu dem Projekt Neue Mitte in Dreieich ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt wurde, ist jetzt erneut ein Teil eines altes Gebäude entdeckt worden. Dabei handelt es sich um einen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. Da das Gewölbe bis in die 1940er-Jahre genutzt wurde und es eines von vielen ähnlichen im Stadtgebiet ist, wurde der Keller nach einer ersten Untersuchung allerdings bereits abgerissen. 

Dreieich: Bunker aus Weltkrieg soll erhalten bleiben 

Der Bunker dagegen soll als historisches Denkmal erhalten bleiben. Es sollen Führungen für die Bevölkerung angeboten werden. Konkrete Termine gibt es dafür aber noch nicht.

Update vom Dienstag, 19.11.2019, 8.01 Uhr: In Dreieich ist ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Eine Frau erzählt, wie sie darin als Baby Schutz vor Luftangriffen fand. Sie wurde von ihrer Mutter bei einem Luftangriff auf Sprendlingen im Januar 1945 in einem Wäschekorb in den Bunker in Dreieich getragen, berichtet op-online*.

Weltkriegs-Bunker in Dreieich darf abgerissen werden

Update vom Freitag, 15.11.2019, 17.56 Uhr: Nun ist es amtlich: Der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg in Dreieich darf abgerissen werden. Bevor das geschieht, wird er jedoch noch von einer archäologischen Fachfirma untersucht, wie Bezirksarchäologe Thomas Becker im Interview mit "fnp" verriet

"Meine Aufgabe als Bezirksarchäologe beim Landesamt für Denkmalpflege ist die fachliche Bewertung solcher Funde und die Einschätzung von deren Schutz- und Erhaltungsnotwendigkeit", erklärte er. Die Untersuchungen würden rund 14 Tage dauern, ein Großteil der Zeit benötige man für die Beräumung des Bunkerinneren. 

Und was wurde bisher in dem Bunker gefunden? Auch darauf hatte Becker eine Antwort parat: "Die Begehung des Bunkers hat gezeigt, dass dieser in der Nachkriegszeit als Lagerraum der benachbarten Firmen genutzt wurde." Bisher habe man Spuren der ursprünglichen Belüftung der Anlage gefunden.

Dreieich: Fund aus dem Zweiten Weltkrieg - Denkmalpflege äußert sich 

Update vom Freitag, 8. November 2019, 14.55 Uhr: Besichtigung auf der Baustelle: Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege haben sich am Mittwoch in Dreieich den Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg angeschaut, der auf dem Gelände des Innenstadtprojekts Neue Mitte in der Sprendlinger Hauptstraße entdeckt worden ist. Nach Lage der Dinge sehe es nicht so aus, als ob er als erhaltenswertes Bodendenkmal gelte, sagte Dr. Beate Leinthaler, Pressesprecherin der Wiesbadener Behörde, auf Anfrage. 

Ganz schöner Klotz: 17,6 mal sechs Meter groß ist der Bunker, der auf dem Gelände Hauptstraße 22-38 a in Dreieich entdeckt wurde. 

Dreieich: Bunker aus Zweitem Weltkrieg wohl kein erhaltenswertes Denkmal 

Es sei jetzt Aufgabe des Investors, eine archäologische Fachfirma zu beauftragen. Deren Arbeit werde von der Darmstädter Außenstelle des Denkmalamtes koordiniert und begleitet, so Leinthaler. Nach Vermessung und Dokumentation stehe einem Abriss des Bunkers „generell“ nichts im Wege.

Update vom Dienstag, 5. November 2019, 13:05 Uhr: Nachdem ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg bei Bauarbeiten in Dreieich freigelegt wurde, hat die Bauaufsicht des Kreises Offenbach in Zusammenhang mit dem Innenstadtprojekt Neue Mitte einen teilweisen Baustopp verhängt.

Dreieich: Teilweiser Baustopp nach Bunker-Fund aus Zweitem Weltkrieg 

Von dem Relikt aus Kriegszeiten hat die Schoofs GmbH zumindest vorläufig die Finger zu lassen. Am Freitag hatte das Unternehmen noch mitgeteilt, in dieser Woche den verschütteten Eingang öffnen zu wollen.Doch dem hat das Landesamt für Denkmalpflege einen Riegel vorgeschoben.* Nach Angaben von Sandra-Kristin Klauß, Pressesprecherin beim Kreis Offenbach, hat die Behörde mit Sitz in Wiesbaden den Bunker als Bodendenkmal eingestuft. 

Die Denkmalfachbehörde ist zudem berechtigt, den Fund zu bergen, auszuwerten und zur wissenschaftlichen Bearbeitung vorübergehend in Besitz zu nehmen. Sie hat auch die Möglichkeit, die wirtschaftliche Nutzung eines Grundstücks zu beschränken, in dem sich Bodendenkmäler befinden. Wie es jetzt weitergeht, soll bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Landesamt für Denkmalpflege geklärt werden, so Sandra-Kristin Klauß.

In Dreieich ist ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Deshalb wurde ein teilweiser Baustopp für die Neue Mitte in Dreieich verhängt.

Erstmeldung: Dreieich - Ein tonnenschweres Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Dienstag in Dreieich entdeckt worden. Es wurde bei Aushubarbeiten auf dem Gelände gefunden, auf dem die Schoofs Immobilien GmbH aus Neu-Isenburg das Projekt Neue Mitte realisiert. 

17,6 mal sechs Meter groß ist der Bunker, der nach Angaben von Wilhelm Ott um 1941 gebaut worden ist. „Wir wussten von einem Zeitzeugen, dass es dort einen Bunker gibt“, sagt der Vorsitzende des Heimatkundevereins Freunde Sprendlingens, der sich flugs auf den Weg zur Baustelle gemacht hatte, nachdem ihn die Nachricht erreicht hatte. 

Dreieich: Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt

Auch für den Investor und Projektentwickler war die Entdeckung auf dem Areal an der Hauptstraße in Sprendlingen, dem größten Stadtteil von Dreieich, keine Überraschung. Schoofs-Geschäftsführer Mohamed Younis und die Freunde Sprendlingens sind zu dem Thema schon längere Zeit in Verbindung.

Möglich, dass ein Teil des Bunkers erhalten bleibt. Aber wo er die Arbeiten für die Tiefgarage behindert, wird der Betonklotz abgerissen. „Aufgrund des Fundes wird es nur zu marginalen Verzögerungen auf der Baustelle kommen“, lässt die Schoofs Immobilien GmbH mitteilen. Der Fund sei quasi einkalkuliert gewesen.

Dreieich: Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg wird abgerissen

Mit einem Abriss hat Wilhelm Ott kein Problem. „Aber natürlich möchten wir das Ganze vorher dokumentieren.“ Er ist gespannt, welche „Geheimnisse“ der Bunker preisgibt. Dazu muss allerdings erst mal der Eingang gefunden werden. Gestern Nachmittag dauerte die Suche noch an.

Der Verein informiert auf seiner Website in einem Kapitel über Luftschutzräume und Bunkeranlagen in Dreieich-Sprendlingen. Auf dem Areal an der Hauptstraße befand sich nach Recherchen von Mitgliedern während des Krieges die Textilfabrik Steinmeyer, die auch Uniformen herstellte. Weiter heißt es: „Für die Belegschaft wurde ein Bunker errichtet, von dem zumindest noch Teile vorhanden sein müssten.“ 

Dreieich: Bewohner fanden im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Bunker

Der Leser erfährt, dass eine Sprendlingerin die Existenz des Bunkers in Dreieich bestätigte. Sie fand dort als Kind selbst Schutz bei Fliegerangriffen. Benachbarte Anwohner hatten beim Bau der Luftschutzanlage mitgeholfen, dafür konnten sie außerhalb der Arbeitszeit der Fabrik, das heißt bei Nachtangriffen, die Anlage nutzen.

„Man ging vom Hof aus eine Treppe hinab. Rechts befand sich der mit Sesseln ausgestattete Privatraum von Steinmeyer, vorne war eine Tür, die zu einem lang gestreckten größeren Schutzraum führte“, haben die Freunde Sprendlingens erforscht. Nun hat der Verein die Möglichkeit, sich ein Bild von der gesamten Anlage machen zu können.

VON FRANK MAHN

Auf dem ehemaligen Clariant-Gelände in Offenbach soll nun ein riesiges Gewerbegebiet entstehen. Bis die Stadt davon profitiert, wird aber noch Zeit vergehen.

Der Tedi-Markt hat am Wochenende endgültig dichtgemacht: Damit konnte der Abriss für die Neue Mitte in Dreieich-Sprendlingen beginnen, berichtet op-online.de*.

Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die für mehrere Brände im Stadtgebiet verantwortlich sein sollen. Die mutmaßlichen Brandstifter gehören der örtlichen Feuerwehr an. Deren Leiter zeigte sich schockiert.  

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