Treffpunkt zu Halloween

Burg Frankenstein: Schauriges Gruselkabinett zu Halloween

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Zombies und andere gruselige Monster treffen sich jedes Jahr zu Halloween auf der Burg Frankenstein.

Mühltal - Zombies, Massenmörder Monster und andere grausige Gestalten geben sich hier ihr schauriges Stelldichein: Jedes Jahr zu Halloween treffen sich die Gruselfreunde auf der Burg Frankenstein in Mühltal.

In der „monsterfreien Zone" klammert sich Denise an ein Gläschen Kräuterschnaps. Eben noch hatte die 30-jährige Pflegehelferin geweint. „Ich kann nicht mehr zwischen Masken und Realität unterscheiden", meint sie aufgelöst. Das Halloween-Festival auf Burg Frankenstein rund zehn Kilometer südlich von Darmstadt ist nichts für schwache Nerven. Seit dem vergangenen Freitag beherrschen Monster, Hexen und Zombies die Burgruine, insgesamt an drei Wochenenden lang. Der herbstliche Karneval hat einen besonderen Gruselfaktor: Finstere Mythen ranken sich um das alte Gemäuer.

Der Alchemist und Leichenfledderer Johann Konrad Dippel von Frankenstein soll auf der Burg sein Unwesen getrieben haben, sagt der Heimatforscher Walter Scheele. Der Legende nach hat Dippel vor rund 300 Jahren versucht, aus Jungfrauenblut und Leichenteilen einen neuen Menschen zu schaffen. Die Leichen habe Dippel vom Friedhof geklaut, sagt Scheele. Über die Brüder Grimm sei diese Gruselgeschichte nach England gelangt, dort habe sie der Autorin Mary Shelley als Inspiration für ihren Roman „Frankenstein" gedient.

Halloween auf Burg Frankenstein: Bilder

Halloween auf Burg Frankenstein

Kreischen. Das Geräusch ist im Nebel allgegenwärtig - farbige Lichtakzente zaubern in der Dunkelheit eine schaurige Atmosphäre. „Am liebsten erschrecke ich Machos, die vor ihrer Freundin den harten Mann markieren", sagt „Piratin" Tina. Sie belagert mit der Brut des gefürchteten Kapitäns Blackbeard die Burg. Mit etwa 100 Mitstreitern lässt sie alljährlich Alpträume auf Burg Frankenstein wahr werden. Im März beginnen die Freizeit-Monster mit ihrer Planung, ab Anfang September bauen Sie die Gruselrequisiten auf. „Alles Massivbauweise", sagt Tinas Gegenspieler, der Optiker Achim. Als Ritter muss er die Burg verteidigen.

Rund zehn Gruselstationen sind über die Ruine verteilt. Im Burggraben verstecken sich Kürbismonster unauffällig im Maisfeld und fallen über ahnungslose Besucher her. Zwei Sumpfmonster warten im Teich auf ihre Opfer. Ein großer Kerl steht vor dem trüben Tümpel und zittert: „Ich geh hier nicht weiter."

Auf Burg Frankenstein ist der Besucher nicht Zuschauer, er ist vielmehr Zielscheibe für Streiche und Gruselmanöver. Ein junger Mann, der von Soldaten unter die Guillotine gezerrt wird, schreit, er habe sich in die Hose gemacht. Als das Fallbeil auf ihn zurast, singt er zum Abschied die Nationalhymne.

Monster auf Burg Frankenstein

Die Burg Frankenstein wird jedes Jahr zu Halloween zum Treffpunkt des Grauens. Zahlreiche als Monster verkleidete Menschen treiben dann in der Burg ihr Unwesen.

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Das erste Halloween wurde 1977 auf Burg Frankenstein gefeiert, erzählt Burgschreiber Scheele. US-amerikanische Soldaten hatten ihre Fete auf die Burg verlegt, nachdem sie in ihrer Kaserne zu ausschweifend gefeiert hatten. Über das Radio verbreitet, kamen zum ersten Burg-Halloween bereits 5000 Menschen. Seitdem ist Burg Frankenstein eine feste Gruselinstitution. Bis zu 2500 Besucher zählt das Festival pro Abend. Sie schätzen besonders das authentische Ambiente. „Das ist wie in einem Horrorfilm, nur live", sagt ein Besucher.

Ums Hexenzelt zieht grüner Nebel. Drei warzige Alte mit langen Hakennasen schauen konzentriert in ihre Kristallkugel. "Lebt ihr Vater noch?" fragen sie in breitem Hessisch. Auf das Nicken ihres Kunden schlussfolgern sie kryptisch: „Sie kennen sich wohl sehr gut, sie und ihr Vater." Hinter vorgehaltener Hand hört man die Hexen später über die kleine Kettensäge des Kettensägenmannes tuscheln. Die Liebe kommt hier nicht zu kurz: Zwei „Monsterbabys" gibt es allein aus dem letzten Jahr. Sinnigerweise hatten die Mütter jeweils die schönste der sieben Todsünden dargestellt: die Wollust.

An insgesamt elf Terminen lehren die Frankensteiner Monster das Fürchten. Sonntagnachmittag ist Kindervorstellung. Dann seien die Monster netter, beteuern sie. Hätte das Denise nur früher gewusst. Ihre Freundinnen haben sie in ihre Mitte genommen und sind bereit, sie gegen Monster zu verteidigen. „Für mich ist das hier Horror, schlafen kann ich heute nicht mehr", sagt sie. Jetzt brauche sie nur noch eines: Wellness und Erholung.

dpa

Quelle: op-online.de

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