Burka-Streit: Muslime stützen Kurs der Stadt

Rhein-Main (db) - Die Stadt Frankfurt erhält im Streit über das Burka-Verbot Zuspruch der Muslime. Die islamische Religionsgemeinschaft Hessen empfahl einer 39-Jährigen, die vollverschleiert arbeiten will, nicht zu übertreiben.

Lesen Sie außerdem:

Kommentar: Toleranzgrenze überschritten

Der muslimischen Frau, die auch heute nicht zur Arbeit erschienen ist, sei zwar geboten, sich in der Öffentlichkeit bis auf Hände, Füße und Gesicht zu bekleiden. Eine Burka sei aber kein islamisches Gebot, das Tragen eines Kopftuchs genüge den religiösen Kleidungsvorschriften, sagte der Gemeinschafts-Vorsitzende Ramazan Kuruyüz heute in Frankfurt. Am Vorabend hat auch Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) den Kurs des Bürgeramtes gestützt: Er kündigte ein Burka-Verbot für die Bediensteten des Landes an. „Wir raten der städtischen Angestellten deshalb eindringlich an, die Übertreibung in der Bekleidung zu vermeiden und den islamischen Mittelweg einzuhalten“, sagte Kuruyüz weiter.

Die Interessen der Stadt seien berechtigt. Die Frau muss sich in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie mit Burka ins Büro kommen oder den Job aufgeben will. Die Deutsche mit marokkanischen Wurzeln muss nach Angaben des zuständigen Dezernats unverschleiert erscheinen, ein Kopftuch wird allerdings aber akzeptiert.

Hessen verbietet Burkas im öffentlichen Dienst

Im Streit um ein Burka-Verbot hat das Land reagiert: Hessen untersagt ab sofort Vollverschleierungen im öffentlichen Dienst - und geht damit in Deutschland neue Wege. Denn nach Angaben von Innenminister Boris Rhein ist Hessen das einzige Bundesland mit einem offiziellen Burka-Verbot. „Landesbedienstete müssen sich neutral in Glaubensfragen verhalten“, sagte Rhein (CDU) heute Mittag in Wiesbaden. Durch das Tragen einer Burka sei dies jedoch nicht gewährleistet. Eine Verschleierung sei vor allem beim Kontakt mit Bürgern „nicht akzeptabel“.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion