Cape Town Opera Chorus gastiert in Frankfurt

Reiche Gesangstradition

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Opernmelodien treffen auf Gospel-Songs und südafrikanische Traditionals: Der Cape Town Opera Chorus beherrscht alle Genres.

Frankfurt - Können Engel singen? Der südafrikanische Cape Town Opera Chorus will mit seinem Programm „African Angels“ nun auf einer Tour durch Deutschland den Beweis antreten. Von Christian Riethmüller

Das Geld ist immer knapp. Da geht es Michael Williams, dem Geschäftsführer des Opernhauses im südafrikanischen Kapstadt, vermutlich ähnlich wie vielen anderen Opernchefs in der Welt. In Südafrika erhalten die Darstellenden Künste seit den späten 90er Jahren allerdings gar keine staatliche Unterstützung mehr. Ensembles und Spielstätten sind daher neben der Unterstützung durch Förderer und Sponsoren auch auf Erlöse durch Konzertreisen angewiesen.

Die Cape Town Opera ist daher immer wieder etwa mit einer Inszenierung von George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ auf Tour und damit schon in den USA, Australien und verschiedenen Ländern Europas aufgetreten. „Da bieten wir immer wieder an, dass unser Opernchor auch bei Gottesdiensten örtlicher Kirchengemeinden mitwirken könnte. Vor allem in Schweden ist das sehr gut angekommen“, berichtet Michael im Gespräch mit unserer Zeitung. Von Schweden müsse dann die Kunde in die Niederlande gedrungen sein. Dort fragte jedenfalls ein Veranstalter, ob der Cape Town Opera Chorus nicht gleich eine ganze Tour durch knapp drei Dutzend holländische Städte unternehmen könne. Einzige Bedingung wäre es, unter dem Namen „African Angels“ aufzutreten, da unter diesem Begriff schon für besagte Tournee geworben wurde, die eigentlich ein anderer Chor hätte unternehmen sollen.

So wirkt sich Musik auf unsere Körper aus

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„Wir haben uns anfangs zwar auch gefragt, was es mit afrikanischen Engeln auf sich haben könnte, doch die Auftritte waren ein großer Erfolg, und wir behielten den Namen bei“, erinnert sich Michael Williams an die Anfänge des Projekts im Jahr 2012. Mittlerweile ist daraus ein Klangkörper aus 18 weiblichen und männlichen Stimmen entstanden, der neben bekannten Melodien aus Opern wie „Nabucco“, „La Traviata“, „Porgy and Bess“ oder „Carmen“ auch Gospel-Songs wie „Oh Happy Day“ oder „The Battle of Jericho“ sowie etliche afrikanische Traditionals bietet und damit nicht nur seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt, sondern auch die reiche Gesangstradition des Vielvölkerstaats Südafrika vorführt.

Insgesamt 60 feste Mitglieder hat der Cape Town Opera Chorus, der neben seinen internationalen Tourneeproduktionen natürlich auch in Kapstadt präsent ist und dort am Opernhaus in diesem Jahr unter anderem bei Inszenierungen von „Maria Stuarda“ und „La Traviata“ mitwirkt, letztere Oper in Zusammenarbeit mit der Universität von Kapstadt (UCT), der viele der Gesangstalente entstammen, die nun auch bei den Auftritten der „African Angels“ zu erleben sind.

Der Cape Town Opera Chorus gastiert mit „African Angels“ am Dienstag, 7. April, in der Alten Oper Frankfurt und am Samstag, 11. April, im Kurhaus Wiesbaden. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Quelle: op-online.de

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