Cape Town Opera Chorus in der Alten Oper

Afrikas Engel singen

Frankfurt - Der Chor der Cape Town Opera hat zwar Gospels, Traditionals, Blues und sogar Opernarien im Programm, nicht aber Rock und Pop. Von Maren Cornils 

Dabei mag die Zusammenstellung zunächst verwundern: Südafrikaner, die Verdi und Donizetti singen? Doch das, was die „African Angels“ um José Dias (musikalische Leitung und Piano) in der Frankfurter Alten Oper zu Gehör bringen, macht deutlich: Oper hat auch einen Platz in der afrikanischen Gesellschaft. Auch weil sich dort zentrale Themen wie Diskriminierung und Freiheitsstreben wiederfinden.

Die Kombination von Traditionals wie „Meliwam - Hlonolofatsa“ oder „E Marabini“ mit italienischen Opern oder auch George Gershwins „Porgy and Bess“ ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Dafür, dass der Bruch nicht allzu offensichtlich wird, sorgen allein die fantastischen Stimmen der 18 ausgebildeten Opernsänger. Und so genießen die Zuschauer im Großen Saal nicht nur zum Teil neu interpretierte Chorpassagen aus der Feder Donizettis oder Verdis, sondern auch hymnische Gospels, wunderschöne und zu Herzen gehende Spirituals wie „Oh Happy Day“, „Ol‘ Time Religion“ oder auch „The Battle Of Jericho“.

Gute Musik und bunte Choreografie

Das Ganze ist freilich nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch abwechslungsreich choreografiert, denn immer wieder bilden die neun Sängerinnen und neun Sänger neue Formationen. Da treten die Frauen bei dem atmosphärisch dichten „The Battle Of Jericho“ auf der in diffuses Halbdunkel getauchten Bühne zwei Schritte hinter ihre männlichen Kollegen zurück und intonieren, von José Dias dirigiert, das sich zusammenbrauende Inferno, um später mit stakkatoartigem Gesang das Fallen der Mauern anzudeuten. Beim mehrstimmigen „Meliwam“ hingegen laufen männliche und weibliche Gesangspassagen lange nebeneinanderher, um sich später in perfekter Harmonie zu vereinen, während bei dem von zwei Paaren vorgetragenen „Homeward Bound“ Heimweh ebenso spürbar wird wie in anderen Titeln mitreißende Lebensfreude.

Als farbenfroher Reigen kommt „Nella fantasia“ daher, eine traumhaft schöne, stimmgewaltige Nummer, die völlig zu Recht einen Extra-Applaus erntet. Ebenso wie das „Hallelujah Medley“, in dem auch Miriam Makebas weltberühmtes „Pata Pata“ nicht fehlt. Höhepunkt des stimmungsvollen, auf Folklore-Kitsch verzichtenden Abends aber ist der aus den Songs „Weeping“, „Oh Happy Day“ und „Ev‘ry Time I feel The Spirit“ bestehende Dreiklang, in dem eine grandiose Nonkululeko Nkiwinti mit keckem Augenaufschlag und in die Hüften gestemmten Armen das Publikum zum Mitmachen auffordert, um dann, vom Chor angefeuert, über die Bühne zu tanzen.

So wirkt die Musik auf unseren Körper

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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