Carsharing-Markt in Bewegung

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Frankfurt/Offenbach - Ein Euro pro Stunde und 20 Cent pro Kilometer inklusive Tanken – mit diesem Tarif bei einem monatlichen Mitgliedsbeitrag von fünf Euro bringt der Anbieter CiteeCar den Carsharing-Markt in der Metropolregion FrankfurtRheinMain in Bewegung. Von Martha Schmidt 

Nach dem Motto „So viel Auto bezahlen, wie man wirklich braucht“ führte CiteeCar zu seinem einjährigen Bestehen bundesweit einen neuen Tarif ein, der Einsteigern und Wenigfahrern das Carsharing schmackhaft machen soll. Der neue Tarif kommt ganz ohne monatliche Gebühren aus. Die Kilometerpauschale beträgt 0,24 Euro inklusive Tanken. Bisherige Mitglieder können zwischen dem alten und dem neuen Tarifmodell wählen. „Die Einführung eines zweiten Tarifs ohne Mitgliedgebühr ist für alle ein Sprungbrett, die Carsharing als Alternative zum eigenen Auto ausprobieren wollen“, sagt dazu Bill Jones, Chef von CiteeCar. Damit könne das neue Tarifmodell eine Chance gerade auch für Offenbacher sein, in das immer beliebter werdende Carsharing einzusteigen, erklärt Jones weiter.

Bislang ist der Trend zum geteilten Auto an Offenbach vorbeigegangen. Die beiden eingesessenen Carsharing-Unternehmen book-n-drive und stadtmobil, die in Frankfurt eine Flotte von 200 beziehungsweise 150 Fahrzeugen betreiben, sind in Offenbach bisher nur mit einer Handvoll Autos vertreten. stadtmobil bietet fünf Autos an drei Stationen an, book-n-drive sieben Fahrzeuge an vier Stationen. Aber auch in Offenbach kommt der Carsharing-Markt in Bewegung. Erst vor kurzem hat book-n-drive im Zuge seines „Autopaten“-Modells ein achtes Auto auf einem privaten Stellplatz in der Frankfurter Straße platziert.

Platzhirsch book-n-drive konterte den Markteintritt von CiteeCar im Oktober mit dem Angebot für den City Flitzer: ebenfalls ein Euro pro Stunde und 20 Cent pro Kilometer, und zwar ohne Mitgliedsgebühr. Allerdings veranschlagt book-n-drive pauschal für jede Buchung zwei Euro. „faircrash“ nennt das Unternehmen diese Buchungsgebühr. „Damit werden Kleinschäden wie kleine Kratzer und Beulen abgedeckt“, erläutert Pressesprecher Martin Patri.

Während die Kosten für den kleinen City Flitzer und für die Autos des Marktneulings – CiteeCar hat ausnahmslos Fahrzeuge eines Typs – noch im Kopf ausgerechnet werden können, ist für die Kostenermittlung der Fahrzeuge sowohl bei book-n-drive wie bei stadtmobil ein Tarifrechner erforderlich. Die beiden Anbieter haben verschiedene Fahrzeugtypen in ihrer Flotte und unterscheiden außerdem zwischen Stunden-, Tages- und Wochenendtarifen. Beide stellen deshalb auf ihren Internetseiten sogenannte Tarifrechner zur Verfügung.

„Der beitragsfreie neue Tarif macht Carsharing für Gelegenheits- und Wenigfahrer noch attraktiver“, darin ist sich Jones sicher. Er stützt sich auf entsprechende Studien zum Mobilitätstrend, die für Carsharing hohe Wachstumszahlen prognostizieren. CiteeCar, das erst 2012 in Berlin an den Start ging und nach Hamburg und München seit Oktober diesen Jahres in Frankfurt und Umgebung präsent ist, wird von dem Investor Mangrove finanziert. Mangrove erwartet zweistellige Wachstumsraten bis 2020. Dass sich Carsharing mehr und mehr in Ballungsräumen durchsetzt, erleben auch die beiden eingesessenen Anbieter in der Metropolregion. „Seit 2011 explodiert die Anmeldezahl“, sagt Martin Patri. 2011 gewann book-n-drive innerhalb des Rhein-Main-Gebietes monatlich 100 Kunden, 2012 steigerte sich die Zahl auf 200 Neukunden monatlich und in diesem Jahr sind es monatlich 400 neue Mitglieder. Einen kontinuierlich wachsenden Kundenstamm verzeichnet auch Bernd Kremer, Geschäftsführer von stadtmobil, der Nummer zwei in der Region.

Quelle: op-online.de

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