Eingeschränkter Betrieb

Goethe-Uni: Chaos nach Wasserschaden

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In einer Pfütze spiegelt sich ein geschlossenes Gebäude der gesellschafts- und erziehungswissenschaftlichen Fakultät auf dem Campus Westend. Der Bruch einer Fernwärmeleitung am Wochenende hatte hier einen immensen Schaden verursacht.

Frankfurt - Eimer und Pumpen statt Laptop und Notizbücher hätten Studenten der Frankfurter Goethe-Universität im Gepäck haben müssen, so sie gestern zu ihren Vorlesungen gekommen waren.

Die meisten aber waren daheim geblieben, weil die Hochschule rechtzeitig über ihre Facebook- und Twitterkanäle dazu aufgerufen hatte. Zu recht, stellte sich doch erst im Laufe des Montags heraus, welch immense Schäden der Bruch einer Fernwärmeleitung am Samstagnachmittag auf dem Westend-Campus ausgelöst hatte.

Nach Mitteilung der Feuerwehr war eine Zuleitung zum Wärmetauscher im Keller der gesellschafts- und erziehungswissenschaftlichen Fakultät geborsten. Dabei trat 110 Grad heißer Wasserdampf aus, wodurch es zu einer Kette von Folgeschäden an der gesamten elektrischen Versorgung der Gebäude kam – Strom und Heizung fielen aus. Weil die Sprinkleranlagen aktiviert wurden, flutete das austretende Wasser außerdem zwei unterirdische Parkdecks. Die Feuerwehr pumpte am Samstag mit 30 Mann und zehn Wagen das Wasser ab. Personen kamen den Angaben nach nicht zu Schaden, auch parkende Fahrzeuge wurden nicht beschädigt. Betroffen vom Unterrichtsausfall waren rund 10.000 Studenten sowie 1500 Mitarbeiter.

Am Montagabend entschied das Präsidium der Goethe-Universität, die beiden betroffenen Gebäude am Dienstag wieder in Betrieb zu nehmen. Die Heizung konnte im Handbetrieb wieder so weit angefahren werden, dass beide Gebäude grundständig mit Wärme versorgt werden. Auch die Brandmeldeanlage funktioniert wieder. Studierende und Lehrende könnten die Gebäude wieder nutzen.

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Universitätskanzler Holger Gottschalk wies jedoch darauf hin, dass die betroffenen Häuser von einem Normalbetrieb noch weit entfernt seien. „Ich bitte um Verständnis, dass auch in den kommenden Tagen noch Beeinträchtigungen entstehen können, da die Wärmeleistung der Heizung noch nicht ausreicht, alle Teile der Gebäude gleichermaßen zu versorgen.“ Durch den großen Schaden an der Regelungstechnik, die durch die Hitze des ausgetretenen Wasserdampfs zum Teil komplett zerstört wurde, sei an einen Normalbetrieb auch in den nächsten Wochen kaum zu denken. „Wir müssen bis auf weiteres mit einem Provisorium arbeiten“, so Gottschalk, „und hoffen, dass dieses verlässlich funktioniert.“ Frühestens im Laufe der nächsten Wochen könne die neue Regelungstechnik installiert werden oder die alte repariert werden.

Die Schäden könnten in die Millionen gehen – Gutachter seien mit der Schadenserhebung beauftragt. Auch würden Haftungs- und Ursachenfragen geprüft.

fel

Quelle: op-online.de

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