Stadt macht Rückzieher

China-Deal geplatzt: Bad Vilbel doch nicht schuldenfrei

Bad Vilbel - Das geplante Grundstücksgeschäft für ein chinesisches Großhandelszentrum in Bad Vilbel ist geplatzt. Die Stadt hat einen Rückzieher gemacht und sucht nun nach deutschen Investoren.

Das geplante Grundstücksgeschäft für ein chinesisches Großhandelszentrum in Bad Vilbel ist geplatzt. Die Stadt bestätigte heute entsprechende Medienberichte, dass sie eine vom chinesischen Investor verlangte Fristverlängerung für die zuvor gewährten Kaufoptionen abgelehnt habe. Stadtrat Klaus Minkel (CDU) begründete den Schritt mit dem Interesse anderer Unternehmen an den angebotenen Gewerbegrundstücken. Eine weitere Verlängerung der Frist wäre angesichts der Interessentenlage nicht zu rechtfertigen gewesen.

„Wir werden nun mit deutschen Interessenten verhandeln und haben recht gute Aussichten, bald einen oder mehrere Investoren zu finden“, sagte der Stadtrat. Die Verhandlungen mit China hätte auch anderen Investoren die Attraktivität der Gewerbefläche deutlich gemacht, meinte Minkel. „Ein Grundstück dieser Qualität und Größe ist in der Nähe von Frankfurt nicht so schnell oder derzeit überhaupt nicht zu finden.“

Hätte der Deal mit den Chinesen geklappt, wäre Bad Vilbel mit einem Schlag nahezu schuldenfrei gewesen. Die Kleinstadt im Frankfurter Speckgürtel hatte dem Investor im vergangenen Jahr eine bis zum 30. September befristete Kaufoption für Grundstücke im Wert von rund 93,8 Millionen Euro eingeräumt. Auf rund 275.000 Quadratmetern sollte ein chinesisches Großhandelszentrum entstehen.

Zuvor hatte bereits die Brauerei-Gruppe Radeberger einen bereits angekündigten Umzug von Frankfurt nach Bad Vilbel wieder abgeblasen. Die geplante Ansiedlung eines Groß-Möbelmarktes der Firma Segmüller ist wegen des geplanten Umfangs des Nebensortiments noch umstritten.

dpa

Quelle: op-online.de

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