Ganz Frankfurt singt

Frankfurt - Das Deutsche Chorfest 2012 startet mit Sonnenschein auf dem Römer und zieht Tausende Hörlustige zu den Chorvorführungen in die Säle der Stadt. Im Haus am Dom feiert der Projektchor Sängerkreis Offenbach unter großem Applaus sein Finale. Von Martha Schmidt

Ein paar wenige hatten ihren vorsorglich mitgebrachten Regenschirm als Sonnenschirm aufgespannt, als Oberbürgermeisterin Petra Roth neben dem Präsidenten des Deutschen Chorverbandes Henning Scherf das Chorfest auf dem Römer bestens gelaunt mit der Losung „Swinging Frankfurt!“ eröffnete. „Hey, hey, Musik, Musik“ – in den Chorfest-Hit stimmten Offizielle und Publikum auf dem Römer ein, angeführt von „Primacanta“, dem Chor der Grundschulkinder. Auf Initiative der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ist „Primacanta“ 2008 gegründet worden. Neben Frankfurt beteiligen sich inzwischen auch andere Städte wie Offenbach daran. Es geht um Lehrerfortbildungen, die qualitätsvollen Musikunterricht ermöglichen sollen. Ziel ist, dass alle Kinder nach der Grundschule sagen können: „Ich kann singen, und ich singe gern.“

Bilder vom Chorfest

Frankfurt feiert Chorfest

Das können die gut 80 Chormitglieder des Projektchores Sängerkreis Offenbach auch von sich sagen. Während draußen dunkle Wolken abregneten, sang der „Projektchor 2020“ im brechend vollen Großen Saal im Haus am Dom von den alltäglichen Dingen des Lebens. Er lüftete das Geheimnis einer Musterehe – er ist taub, sie blind; entsetzte sich über Ottos Mops, der kotzt, o Gott, o Gott!; sinnierte über die Wetterverhältnisse – es regnet, und dann regnet es wieder; würzte einen italienischen Musik-Salat mit einem kräftigen Schuss Crescendo Scandaloso und zauberte ohne Worte aber mit schillernden Lauten, Jodeln und Trillern eine Karawane auf die Bühne. Mit „Moon River“ beendete der Chor sein Programm und sein Projekt. Trotz lautstarker „Zugabe“-Rufe gibt es keine Fortsetzung.

Im November 2011 hatte sich der „Projektchor 2020“ aus fünf Chören mit insgesamt über 80 Mitgliedern aus dem Gebiet um Offenbach gegründet. Zusammen mit der A-cappella-Comedy-Gruppe LaLeLu traten sie dreimal auf und ließen sich von ihnen für ihr eigenes Programm inspirieren. „Das ist eine einmalige Geschichte“, unterstreicht Anne Harter die Zusammenarbeit der Profis mit den Laienchören. Sie lebt in Rödermark und singt seit vielen Jahren in mehreren Chören und Projekten und war auch an dem „Projektchor 2020“ beteiligt. „Das ist die Zukunft“, meint sie. Die alten Chöre hätten sich überlebt, sie seien zunehmend überaltert. Und solche Chöre auf zeitlich befristeter Projektbasis setzten diesem Trend zur Überalterung etwas entgegen. Anne Harter hat bereits ein neues Projekt ins Visier genommen: Sie wird bei einem Musical mitsingen. -

Quelle: op-online.de

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