Schrill und bunt

CSD in Frankfurt: Tausende auf der Straße

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Ein Teilnehmer des Christopher Street Days (CSD) in Frankfurt hält ein Schild hoch mit dem Portrait einer Frau und der Aufschrift "ICH LIEBE, Im Iran bestraft man mich dafür mit 100 Peitschenhieben".

Frankfurt - Christopher Street Day in Frankfurt: Trotz Hitze gehen tausende Menschen auf die Straße, um für die Rechte Homosexueller zu demonstrieren.

Unter dem Motto "Grenzen überwinden - Brücken schlagen" haben mehrere tausend Homosexuelle am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt gegen Diskriminierung demonstriert. Laut Polizeiangaben liefen und fuhren acht- bis zehntausend Menschen vom Römerberg durch die Innenstadt zur Konstablerwache. Viele waren geschminkt oder trugen schrill-bunte Kostüme und Perücken. "Erst, wenn wir alles erreicht haben, nennen wir es Parade", sagte der Sprecher der Organisatoren, Joachim Letschert. "Wo kein Respekt ist, da ist Gewalt, und genau deshalb demonstrieren wir auch weiterhin!", heißt es auf der Facebook-Seite. Beim CSD werde gefeiert, getrauert und gezeigt, wie bunt die Gesellschaft sei.

Der Tag steht weltweit für das Selbstbewusstsein Homosexueller und ihren Widerstand gegen Diskriminierung, er erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in einer Bar kam es zum Aufstand vor allem von Schwulen und Lesben mit Straßenschlachten in der Christopher Street. Die Frankfurter Grünen beteiligten sich mit einem Wagen an der Demo für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen.

Christopher Street Day in Frankfurt

Christopher Street Day in Frankfurt

In Frankfurt lebten rund 40.000 bis 50.000 Schwule und Lesben, sagte Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) laut Mitteilung. Schwule, lesbische oder transsexuelle Lebensweisen seien aber trotz aller Fortschritte noch immer nicht gesellschaftlich voll akzeptiert. Über die oft subtile Diskriminierung werde öffentlich zu wenig gesprochen. Mit der neuen Koordinierungsstelle unterstreiche die Stadt die Bedeutung der Antidiskriminierungsarbeit. "Für Ausgrenzung aufgrund sexueller Identität gibt es bei uns keinen Platz."

(dpa)

Quelle: op-online.de

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