Live-Entertainment pur

Zirkus Charles Knie mit 110 Tieren in Frankfurt zu Gast

+
Die drei indischen Elefanten des Cirkus Carles Knie zogen in der Frankfurter Innenstadt die Blicke der Passanten auf sich.

Frankfurt - Der Zirkus Charles Knie ist auf Deutschland-Tournee und gastiert ab heute mit 110 Tieren auf dem Festplatz am Ratsweg in Frankfurt. Sein mittlerweile drittes Gastspiel in der Mainmetropole dauert über zwei Wochen. Von Khang Nguyen 

Wenn Cesar Dias die Bühne betritt, dauert es nicht lange bis zum Gekicher. Der Clown hat ein Gespür fürs Herumalbern. Liegt es an seiner schwarzen Hornbrille ohne Gläser oder an seinem Gesicht, mit dem er alle möglichen, aberwitzigen Grimassen schneidet? Sein Fachgebiet ist Slapstick, die wortlose Komik. Auch während des Interviews hält er sich mit Worten eher bedeckt. Das liegt wohl auch daran, dass der gebürtige Portugiese nur seine Muttersprache beherrscht – so wie seine Kollegen, die größtenteils aus Spanien, Italien oder eben wie Dias aus Portugal kommen. Er gehört neben einem Drahtseiltänzer, Rollschuhartisten, dem Showballett und vielen weiteren Artisten zum Programm des Circus Charles Knie.

Seit neun Jahren leitet Zirkusdirektor Sascha Melnjak das Unterhaltungs-Großunternehmen. Bei der jetzigen Tournee gastiert der rund 100 Mann starke Betrieb in 47 deutschen Städten. „Frankfurt ist auch unser größter Stopp“, verrät Melnjak und lässt damit erahnen, warum man für die Pressekonferenz keine Kosten gescheut hat. Außer den mehr als zwölf Artisten, die sich im Palais Thurn und Taxis nahe der Zeil eingefunden hatten, wurden auch drei Elefantendamen Mala, Jumba und Baby extra hierher kutschiert. Die publikumswirksame Präsentation der Wildtiere erfreut viele Passanten.

Doch das Thema Wildtiere ist heikel – das weiß auch Tom Dieck Junior. Der Raubtierlehrer vermeidet die Berufsbezeichnung „Dompteur“: „Das kommt aus dem Französischen und bedeutet ‚bändigen’.“ Dieck (Junior) will dagegen gemeinsam mit seinen vier Tigern, zwei weißen Löwen und zwei sogenannten Ligern, einer Mischung aus Löwe und Tiger, eine beeindruckende Show bieten. „Liger“ besäßen die Charakteristika beider Tiere: „Gelassen wie ein Löwe, intelligent wie ein Tiger“, fasst Dieck zusammen. In dritter Generation hantiert er mit Raubkatzen. Bereits als kleiner Junge habe er sich unter Obhut seines Vaters an den Umgang mit den Großkatzen getraut. Zu seinen acht Tieren pflege er eine sehr harmonische Beziehung: „Nur meine mit 17 Jahren älteste Tigerin ist auf meine Frau eifersüchtig“, sagt der Familienvater.

Wie werde ich...? Artist/in

Die Darbietung von Kunststücken mit Tieren gehöre eben zum „klassischen Zirkus“, den Melnjak mit dem Zirkus Charles Knie wieder etablieren möchte. „Eine Show zum Riechen, Fühlen, Sehen, hautnah dabei sein“, resümiert der Zirkusdirektor, der mit dem Konzept dem Wunsch junger Menschen nach Live-Entertainment nachkommen möchte. Die Frage, ob die rund 110 Tiere des Zirkus’ artgerecht gehalten werden, pariert Melnjak mit einer langen Aufzählung an Auflagen, Gesundheitstests und unangemeldeten Prüfungen durch die Veterinärämter. Und auch Dieck (Junior) betont, dass seine Tiere mit rund 400 Quadratmetern Lauffläche sehr viel Freiraum hätten.

Von den angekündigten Protestaktionen anlässlich der heutigen Premiere durch Tierschützer zeigt sich Melnjak fast unbeeindruckt: „Das ist ihr gutes Recht“, sagt er diplomatisch. Bei der Knie-Show geht es im Übrigen nicht nur um Tiere. Der Zirkus kann auch mit seinen Artisten punkten.

Vorstellungen: Premiere ist am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr, dann Vorstellungen täglich um 15.30 und um 19.30 Uhr; sonntags um 11 und 15.30 Uhr. Am Montag, 29. Juni, gibt es nur die 15.30 Uhr-Vorstellung. Tickets gibt’s entweder unter 0171 9462456 oder www.zirkus-charles-knie.de

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare