Der Citrusbock greift an

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Der gefürchtete Citrusbockkäfer aus Asien hat erstmals seinen Weg nach Hessen gefunden.

Gießen - Der gefürchtete Citrusbockkäfer aus Asien hat erstmals seinen Weg nach Hessen gefunden. Der Käfer schlüpfte aus einem kleinen Fächerahornbaum in Südhessen, wie das für ganz Hessen zuständige Pflanzenschutzdezernat des Regierungspräsidiums Gießen (RP) gestern mitteilte.

Der Besitzer des Baumes habe den Schädling eingefangen und das RP informiert.

Der Mann hatte den aus Asien importierten Baum im Handel gekauft. Der Schädling, der sich schnell und stark verbreitet, kann viele einheimische Laub- und Obstbäume befallen und große Schäden an ihnen anrichten. Wer einen Citrusbockkäfer findet, muss das melden.

Infos gibt es beim Regierungspräsidium unter der Telefonnummer 0641-303-5221 oder -5227.

Der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) zählt in seiner asiatischen Heimat zu den gefährlichsten Schädlingen vor allem an Zitruspflanzen, aber auch an anderen Laubbäumen. Der glänzend schwarze Käfer mit hellen Flecken ist bis zu 3,5 Zentimeter lang - etwa so groß wie ein Maikäfer. Besonders auffällig sind seine schwarz-hellbläulich geringelten Fühler, die mindestens so lang sind wie sein Körper. Die Käferlarven fressen ein bis zwei Jahre versteckt im Holz der Bäume, bis sich die Käfer zwischen Juni und August aus dem Stamm herausbohren.

Der Citrusbockkäfer ist nicht zu unterschätzen. Treibt er einmal sein Unwesen, können gesunde heimische Bäume und Sträucher stark geschädigt werden oder gar absterben“, sagte Wolfgang Willig vom RP-Pflanzenschutz in der Mitteilung. Die eingeschleppte Käferart habe in Europa kaum natürliche Feinde. Der Schädling habe bereits in den Niederlanden und in Italien große Schäden an Bäumen verursacht. In Deutschland war der Käfer zuerst in Bayern und Nordrhein-Westfalen entdeckt worden. In Europa wurde der Käfer erstmals 1997 in Italien und 2003 in Frankreich im Freiland entdeckt. Der Schädling wurde auch in mehreren europäischen Ländern bei aus Asien importierten Pflanzen nachgewiesen.

Das Regierungspräsidium bittet bei der Bekämpfung des Schädlings um Mithilfe. Neu angeschaffte Pflanzen, insbesondere Fächer- und andere Ahornarten, sollten regelmäßig auf unerklärliche Welke- Erscheinungen und Ausbohrlöcher ­ diese können bis zu 1,5 Zentimeter groß sein und liegen in der Regel in der Nähe der Stammansatzes ­ kontrolliert werden. Für Mensch und Tier ist der Käfer ungefährlich. Wer einen Citrusbockkäfer findet, sollte ihn einfangen und das RP benachrichtigen. Das Pflanzenschutzdezernat wird den eingefangenen Käfer schnellstmöglich abholen.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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