Mit RMV im Clinch

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Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis nicht beim RMV?

Offenbach - Holger Greiner lässt nicht locker. Seit vielen Jahren reibt sich der Sprecher vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) an den Ticketpreisen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Jetzt legt er nach. Von Peter Schulte-Holtey

Das Preis-Leistungs-Verhältnis, beim RMV bleibe - trotz neuer Angebote und vereinzelter Tarifsenkungen - weitgehend unbefriedigend, kritisierte er. Dabei verweist Greiner auf eine neuen bundesweiten Vergleich der Fahrpreise in sechs Verkehrsverbünden. Was ihn besonders auf die Palme bringt: Drastische Steigerungen für den bevorstehenden Fahrplanwechsel im Winter 2012 seien - infolge der Kürzung von Fördermitteln bei den hessischen Verkehrsverbünden in Höhe von 20 Millionen Euro durch die Landesregierung - schon angedroht worden.

Greiner fordert von den Kommunalpolitikern im RMV-Aufsichtsgremium eine „Wende“ in der Verkehrspolitik in Rhein-Main. Und er warnt davor, bestehende Nahverkehrs-Angebote zu kürzen und die ÖPNV-Nutzung durch weitere Preiserhöhungen zu schwächen. Greiner: „Hohe Kostendeckungsgrade lassen sich auch durch eine verstärkte Nutzung des Nahverkehrs erreichen.“ Der Erfolg der Frankfurter „CleverCard“ belege ja, dass ein preislich attraktives und umweltverträgliches Nahverkehrs-Angebot zu höheren Nutzerzahlen bei Bussen und Bahnen beitragen kann.

Fragwürdige Preisvergleiche

RMV-Chef Professor Knut Ringat wehrte sich bereits gegen den Vergleich mit anderen Verkehrsverbünden. Der RMV wolle den Kostendeckungsgrad von 57 Prozent halten, sagte er. Pro Fahrt erziele der RMV derzeit einen Erlös von durchschnittlich 1,04 Euro. In Berlin-Brandenburg seien es nur 81 Cent. Würden die Fahrpreise auch in der Rhein-Main-Region auf dieses Niveau gesenkt, würden dem RMV jedes Jahr 160 Millionen Euro in der Kasse fehlen.

Auch RMV-Sprecher Peter E. Vollmer wehrt sich gegen die neuen Hiebe vom Verkehrsclub: „Wir bessern nach, siehe Tagesticket als preiswerte Rückfahrkarte in der Region, CleverCard, insbesondere mit der kreisweit gültigen Variante und dem jetzt auf stabilen Füssen stehenden Semesterticket.“ Dass Preisvergleiche allein fragwürdig seien, zeigen laut Vollmer auch die Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro in 100 neue S-Bahnzüge: „Ab Ende 2014 kommen noch mal 90 dazu- und 1200 neue Regionalbusse folgen innerhalb von acht Jahren; zudem sorgt der verstärkte Personaleinsatz für ein besseres Sicherheitsgefühl.“

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Die Problem durch die Kürzung der landesmittel seien auch vom RMV schon häufiger deutlich angesprochen worden. Vollmer: „Und wir arbeiten weiter daran, die Landespolitik zu bewegen, diesen Weg nicht weiter zu verfolgen.“ Der Verkehrsverbund könne dabei um so wirkungsvoller auftreten und argumentieren, „wenn wir alles tun, um die Zuschüsse möglichst gering zu halten, also den Verkehrsmarkt mit dem richtigen Mix aus Leistung und Preis bearbeiten“.

Quelle: op-online.de

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