Auf ehemaliger Industriebrache am Main

Großer Sportpark für alle

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Die Skater haben die aus Kurven, Senken und Rampen bestehende Anlage schon länger in Beschlag genommen. Neu hinzugekommen sind die vielseitig nutzbaren Sportfelder.

Frankfurt - Ein Filetstück wie dieses kommt einem Planer nicht alle Tage unter. Eine Fläche - 40.000 Quadratmeter groß, nahe der Innenstadt und direkt am Main gelegen. Jetzt wird dieses Areal in einen Bürgerpark der besonderen Art umgebaut. Von Michael Eschenauer

In Frankfurt wurde es ganz plötzlich frei - als der Osthafen vor ein paar Jahren weniger Fläche brauchte, der Unterhafen zur Disposition stand, und die Stadt entschied, dass hier nicht wie angedacht ein Gewerbegebiet entstehen würde, sondern ein Park. 2008 beschloss die schwarz-grüne Koalition die Umwandlung des Areals, auf dem kurz vorher noch Autos geschreddert wurden, in einen „Volkspark 2.0“, wie ihn Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) nennt. Jetzt wurde ein weiterer Teil der öffentlich zugänglichen Sportanlage eröffnet: das „Sportband“.

Der Hafenpark ist ein Bürgerpark im wahrsten Wortsinn. Was hier gebaut wurde, basiert auf den Ergebnissen einer Online-Umfrage unter 1300 Bürgern. Deren Ergebnis: Die Frankfurter wollen sich bewegen, Ball spielen, Skaten, mit dem BMX-Rad in die Bowl. Es entstand eine Skater-Anlage. Sie ist seit Dezember 2012 freigegeben und wird von Skatern und BMX-Akrobaten genutzt. Hier ist es nicht idyllisch, hier ist es laut - bei den verschiedenen Trendsportarten kaum vermeidbar. Die einstige Industriebrache erweist sich durch ihre Distanz zur Wohnbebauung als idealer Standort.

Concrete Jungle: Neuer Skatepark in Frankfurt

Der "Concrete Jungle" ist eröffnet: Auf rund 5000 qm können sich ab sofort Biker und Skater direkt neben der zukünftigen Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend austoben. Trotz schlechten Wetters ließen es sich die Sportler nicht nehmen, den neuen Skatepark auf Fahrbarkeit zu testen.

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Fertig sind seit ein paar Tagen auch der Bolzplatz, das Basketballfeld, die Spielfelder, Kletterarrangements für Jugendliche und die Fitnessanlage für Erwachsene. Volleyball, Badminton, Fußball, Hockey - auf den multifunktionalen Spielfeldern ist alles möglich. Hier gilt: Wer zuerst auf dem Platz ist, entscheidet, was gespielt wird. Jürgen Burkert vom Frankfurter Grünflächenamt: „In Kisten liegen Netze bereit, die die Nutzer selbst befestigen. So etwas gibt es in keinem anderen Park.“

Auch den Kinderspielbereich, der 2014 fertiggestellt werden soll, wird man so nicht noch einmal finden - er wurde speziell für den Hafenpark entwickelt und besteht aus Kletter- und Höhlenkugeln, Wasserspielgeräten und Sandspielbereichen.

Acht Millionen Euro werden in den Hafenpark investiert. 4,5 Millionen Euro flossen in den Skaterpark und das Sportband. Westlich vom Hafenpark schließt die Ruhrorter Werft an. Hier wird die Landschaftslücke geschlossen, die derzeit noch zwischen der Mainpromenade der Stadt und dem GrünGürtel, der sie umgibt, besteht.

Direkt am Mainufer entsteht, als nächster Bauabschnitt des Hafenparks, bis 2014 eine Uferpromenade. Zwischen Fluss, Sport- und Spielflächen wird die Grünfläche, das Wiesenband, angelegt. Hier sollen Blumen wachsen, sich Vögel und Kleinlebewesen ansiedeln. Wiesenband und Uferpromenade werden erst im kommenden Jahr eröffnet. „Auf dieser Fläche wurde im vergangenen Sommer die neue Honsellbrücke montiert“, erklärt Heike Appel vom Grünflächenamt. Mit den Bauarbeiten kann deshalb erst später begonnen werden.

Der Sportpark befindet sich auf der nördlichen Mainseite neben der Deutschherrn-Eisenbahnbrücke in Richtung Offenbach. Erreichbar ist er über die parallel zur Hanauer Landstraße verlaufende Lindleystraße.

Quelle: op-online.de

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