Virus-Pandemie

Corona in Frankfurt: Stadt verschärft Maßnahmen erneut - Die Regeln im Überblick

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Frankfurt steigt drastisch. Der Krisenstab hat reagiert und die Maßnahmen nochmals verschärft. Diese Regeln gelten jetzt.

  • Für Frankfurt gelten bis zum 31.10.2020 Corona-Beschränkungen.
  • Bei allen öffentlichen Veranstaltungen und in öffentlichen Einrichtungen gibt es eine Maskenpflicht.
  • Für ganz Frankfurt gilt zudem bereits eine nächtliche Sperrstunde und Alkoholverbot.

Frankfurt - Hessens größte Stadt hat mit weiter steigenden Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Daher hat sich der Krisenstab in Frankfurt am Samstag (24.10.2020) nochmals beraten und die Maßnahmen erneut verschärft. So soll eine weitere Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Alle Regelungen gelten zunächst bis einschließlich Samstag, 31. Oktober. Eine Verlängerung ist laut Stadt allerdings zu erwarten.

Corona-Sperrstunde in ganz Frankfurt

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Frankfurt einzudämmen, gilt weiterhin eine Sperrstunde für die gesamte Stadt. Diese soll - angelehnt an Maßnahmen in Berlin und Offenbach - von 23 bis 6 Uhr gelten. In dieser Zeit darf zudem kein Alkohol mehr verkauft werden.

Masken-Pflicht auf vielen Einkaufsstraßen in Frankfurt. Auch die Zeil ist betroffen.

Corona-Maßnahme: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Frankfurt

Neben dieser Corona-Sperrstunde für Gastronomiebetriebe gibt es auch ein Alkoholverbot für diverse öffentliche Plätze. Das Alkoholverbot gilt nicht nur in der Sperrstunde, sondern immer vom 9. Oktober bis mindestens 31. Oktober. Innerhalb der Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr gilt das Verbot zudem im öffentlichen Raum im gesamten Stadtgebiet.

Maßnahme gegen Corona: Maskenpflicht auf großen Einkaufsstraßen in Frankfurt

Die Maskenpflicht, die bisher für ausgewählte Einkaufstraßen in Frankfurt zwischen 8 und 22 Uhr gilt, wurde auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet. Die Maskenpflicht gilt seit dem 9. Oktober in folgenden Gebieten und Straßen von 8 bis 22 Uhr:

  • Innerhalb des gesamten Anlagenrings
  • Zwischen Bahngleisen und Mainufer in Nord-Sachsenhausen
  • Berger Straße
  • Leipziger Straße
  • Oeder Weg vom Anlagenring bis zur Glauburgstraße
  • Königsteiner Straße

Ausgenommen von dieser Pflicht zum Tragen der Masken in der Öffentlichkeit ist die Außengastronomie. Wenn sich Gäste an ihren Plätzen befinden, dürfen sie die Masken abnehmen.

Gemäß der Corona-Verordnung des Landes Hessen gilt die Maskenpflicht außerdem in Frankfurt auch an oberirdischen Stationen und Haltestellen des ÖPNV. Des Weiteren hat der Corona-Krisenstab beschlossen, dass auch an den weiterführenden Schulen immer dann Maskenpflicht besteht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Und auch bei allen öffentlichen Veranstaltungen und in öffentlichen Einrichtungen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Corona-Maßnahmen für Frankfurt - Kontaktbeschränkungen

Bei privaten Zusammenkünften in öffentlichen oder angemieteten Räumen dürfen sich höchstens 10 Personen treffen. Bei privaten Feierlichkeiten in privaten Räumen empfiehlt die Stadt eine Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen oder zwei Hausständen.

Aufenthalte im öffentlichen Raum sind zudem nur alleine oder in Gruppen von höchstens fünf Personen aus maximal zwei Haushalten oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet, wie die Stadt Frankfurt mitteilt. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen maximal 100 Personen anwesend sein.

Maskenpflicht bei Religionsgemeinschaften - Verbot von Kinnvisieren in Frankfurt

Für Religionsgemeinschaften besteht ebenfalls eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Es wird zudem „eindeutig“ empfohlen, die bereits gültigen Corona-Regeln rund um Abstand und Hygiene umzusetzen und die Einhaltung zu kontrollieren. Auch bei der Nutzung von gemeinsamen Fahrzeugen durch Personen aus unterschiedlichen Haushalten empfiehlt die Stadt Frankfurt, eine Maske zu tragen.

Die Stadt Frankfurt weist ausdrücklich darauf hin, dass Kinnvisiere keine Alternative zu einem Mund-Nasen-Schutz sind. Bei Kontrollen der Maskenpflicht kann beim Tragen eines Kinnvisiers also ein Bußgeld fällig werden. Ein sogenanntes Gesichtsschild wird nur in Ausnahmefällen und bei medizinischer Notwendigkeit empfohlen. „Aus infektiologischer Sicht sind auch Gesichtsvisiere einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) nicht gleichwertig“, heißt es vonseiten der Stadt.

Frankfurter Gastronomen kündigen Klage gegen Corona-Sperrstunde an

Bereits die vorangegangene Verschärfung der Corona-Regeln stieß auf Missfallen bei den Gastronomen, die dramatisch unter den Einschränkungen leiden. Der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, erklärte: „Ausgerechnet jetzt alle Betriebe, die sich regelkonform und professionell um maximalen Gesundheitsschutz kümmern, mit dem Gießkannenprinzip zu bestrafen, ist ein Schlag ins Gesicht!“ Es gäbe keinen Grund, Gäste zur Sperrstunde auf die Straße zu schicken.

Der stellvertretende Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Robert Mangold, ergänzt: „Mit Maßnahmen wie diesen, die über’s Ziel hinausschießen, erweisen wir dem Gesundheitsschutz einen Bärendienst.“ Sowohl die Initiative Gastronomie Frankfurt, als auch die DEHOGA Hessen und der Kreisverband Frankfurt wollen mit gerichtlichen Eilanträgen gegen die Corona-Beschränkungen der Stadt vorgehen.

Frankfurts Gesundheitsdezernent Majer sagte zu den Protesten der Gastronomen: „Ich erhoffe mir, dass diejenigen, die jetzt so stark protestieren, ebenso vehement gegen schwarze Schafe in ihren eigenen Reihen vorgehen. Wir können nur gemeinsam Erfolg haben.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare