Corona-Impfungen

Corona in Hessen: Wer von der neuen Impf-Reihenfolge profitiert

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat ein Image-Problem. In Hessen können sich Menschen ab 60 Jahren trotzdem damit impfen lassen.
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Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat ein Image-Problem. In Hessen können sich Menschen ab 60 Jahren trotzdem damit impfen lassen. (Symbolbild)

Das Corona-Vakzin von Astrazeneca sorgt in Hessen für eine Sonderregelung. Die Impf-Reihenfolge wird angepasst. Eine Gruppe profitiert davon.

Wiesbaden – In Hessen können sich bereits Menschen ab 60 Jahren für eine Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff registrieren. Das hat das hessische Innenministerium mitgeteilt. Auf dem Service-Portal für die Corona*-Impfungen in Hessen heißt es: „Wir wollen, dass verfügbare Dosen des Wirkstoffs von Astrazeneca impfwillige Bürgerinnen und Bürger auch erreichen.“ Deshalb können sich nun auch Personen, die 60 Jahre oder älter sind, für die Impftermine in den hessischen Impfzentren registrieren.

In den vergangenen Wochen wurden viele Corona-Impftermine in hessischen Impfzentren nach wie vor nicht wahrgenommen – und auch nicht abgesagt. In Hessen* fallen derzeit etwa 30 Prozent der Impftermine mit Astrazeneca aus. „Natürlich muss einen das besorgen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor kurzem. Das Ziel müsse ja sein, dass „wir so schnell wie möglich weite Teile der Bevölkerung impfen“. Und das will Hessen nun mit einer Anpassung der Impfreihenfolge erreichen. Auf dem Service-Portal des Landes für die Registrierung zu einer Corona-Schutzimpfung gibt es nun die Option „Impfung mit Astrazeneca“. Das müssen unter 70-Jährige auswählen, damit die Registrierung erfolgreich ist.

Corona in Hessen: Impfstoff von Astrazeneca hat ein Image-Problem

Das Vakzin von Astrazeneca wird in Deutschland nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt. Wegen verschiedener Nebenwirkungen und der Änderungen in den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission haben viele Menschen in Hessen Vorbehalte gegenüber dem Impfstoff.

Von den rund 270.000 Impfdosen, die in Hessen nach Informationen der „Hessenschau“ noch auf Lager liegen, soll mehr als die Hälfte von dem Hersteller Astrazeneca sein. In anderen Bundesländern wurden bereits Unter-70-Jährige zur Corona-Impfung mit Astrazeneca zugelassen.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Kreise reagieren mit Impfbrücken

Einige Städte und Kreise in Hessen hatten zuvor mit sogenannten „Impfbrücken“ und Nachrücker-Portalen auf die zahlreichen Absagen und Ausfälle von Impfterminen reagiert. So gab es in Wiesbaden oder Darmstadt beispielsweise bereits sogenannte Notfall-Listen, auf die man sich als „Ersatz-Kandidat“ setzen lassen konnte. Allerdings nur, sofern man den Priorisierungsgruppen 1 und 2 der hessischen Impfkampagne angehörte. Auch der Kreis Limburg-Weilburg verteilt ungenutzte Astrazeneca-Dosen an Sonderimpftagen.

Doch auch da zeigte sich vielerorts, dass an Interessenten für eine Impfung mit Astrazeneca eigentlich kein Mangel besteht. Das Online-Portal des Kreises Gießen für kurzfristige Termine mit diesem Vakzin ist beispielsweise schon nach kürzester Zeit ausgebucht gewesen. Es herrschte ein regelrechter Run auf Astrazeneca*. Wenn es bei den 60- bis 70-Jährigen auch so viele Impfwillige gibt, könnte das Land Hessen der Lösung des „Astrazeneca-Problems“ einen Schritt näher gekommen sein. (iwe) *fnp.de und giessener-allgemeine.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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