Nonplusultra der Artistenwelt

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Biegsam wie eine Gerte: die Schlangenfrau

Frankfurt - Das goldene Jazz-Zeitalter ist zwar längst vergangen, doch eine Ahnung davon lässt sich nun in einem Zeltpalast im Frankfurter Ostend erleben. Von Christian Riethmüller 

Dort will die „Cotton Club Dinnershow“ bis 28. Februar 2015 den legendären New Yorker Club wiederauferstehen lassen, in dem in den 1920er und 1930er Jahren Musikstars wie Ella Fitzgerald, Duke Ellington und Louis Armstrong ihre Weltkarrieren begannen. Zumindest die Musik dieser Legenden ist in der Show präsent, auch wenn das Cotton Club Orchestra unter Leitung von Tony Hurdle nicht ausschließlich auf Blues und Jazz geeicht ist. Das Repertoire des Ensembles umfasst auch Pop- und Soul-Hits, denen „Mz Dee“ sanfte Stimme verleiht. Die Sanges-Diva teilt sich die Bühne mit „ML Jordan“, der ohne weiteres als Louis-Armstrong-Impersonator durchgeht, allerdings die Trompete nur als Requisit durch die Gegend trägt. Jordan gibt allein den Sänger Armstrong, der mit kehlig-rollender Stimme unvergessene Songklassiker wie „Hello Dolly“ oder „What a Wonderful World“ schuf.

Wirkt die Musik bisweilen bewusst altmodisch, präsentieren sich die bemerkenswerten Tänzerinnen der Show umso ausgelassener und erfrischender, wenn sie zu Charleston, Lindy Hop und Jive ansetzen, oder gemeinsam mit zwei Stepptänzern eine flotte Sohle auf die weit in den Zuschauerbereich hineinragende Bühne legen.

Die wahre Sensation der nicht immer straff inszenierten Dinnershow sind aber weder die Musik, noch die Tänzerinnen, noch gar SterneKoch Nelson Müllers vier Gänge umfassendes Menü. Es sind die Artisten, die mit atemberaubenden Einlagen für Staunen sorgen. Einige der Künstler glänzten schon bei André Hellers Projekt „Afrika, Afrika“, doch noch immer dürften die Kletterkunststücke der Hakunas, die Balance-Akte, Verbiegungen und irrwitzigen Salti zum Nonplusultra der internationalen Artistenwelt gehören. Diese herausragenden Leistungen rechtfertigen auch die hohen Eintrittspreise, die zwischen 99 und 159 Euro liegen. Im Preis enthalten ist ein von dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Essener Koch Nelson Müller konzipiertes Menü, das in seiner fleischigen Variante unter anderem eine wunderbare Perlhuhnessenz und ein perfekt gegartes Rinderfilet mit einer Maisvariation als Begleitung bietet. Das reichhaltige Getränkeangebot, das extra bezahlt werden muss, offeriert etliche feine weiße und rote Weinpositionen, die allerdings leider nicht glasweise erhältlich sind.

Quelle: op-online.de

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