Dinnershow von heute auf morgen abgesetzt

Cotton Club ist pleite

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Frankfurt - Das Programm am ersten Weihnachtsfeiertag schien gesichert: Tänzer, Musiker, Akrobaten, Artisten und ein Gaumen schmeichelndes Vier-Gang-Gourmet-Menü von Sternekoch Nelson Müller.

900 Euro hatte ein Leser für seine achtköpfige Familie einschließlich der 93-jährigen Oma in Karten für die Dinnershow „Cotton Club“ an der Hanauer Landstraße in Frankfurt ausgegeben. Doch die dahinter stehende GmbH hat unmittelbar vor Weihnachten Insolvenz angemeldet. Schöne Bescherung!

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Doch nicht nur potenzielle Besucher schauten in die Röhre. Starkoch Nelson Müller wurde von der Nachricht selbst überrascht: „Für mich und mein Team ist das eine sehr große Enttäuschung, wir sind alle sehr bestürzt über diese Information und Entwicklung,“ schreibt der Küchenchef auf seiner Homepage zur Insolvenz der Cotton-Club Dinnershow GmbH & Co.KG. Hinter dieser Gesellschaft stecken der Mannheimer Produzent Matthias Hoffmann und dessen Frau Faiza. Hoffmann hatte in den vergangenen Jahrzehnten mit Konzertveranstaltungen wie der Welttournee der „3 Tenöre“ Luciano Pavarotti, José Carreras und Placido Domingo, mit Dinnershows wie „Witzigmanns Palazzo“ oder dem sagenhaften Zirkus „Afrika! Afrika!“ viele Millionen Euro umgesetzt, doch auch immer wieder aufwendige Produktionen wie „India“ oder eine Dinnershow mit dem britischen Starkoch Jamie Oliver krachend in den Sand gesetzt.

Wegen Steuerhinterziehung und Betrugs wurde Matthias Hoffmann im Jahr 1998 zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, die in der Revision um ein Jahr verkürzt wurde. Nach zweieinhalb Jahren Haft kam er 2002 wieder frei. Mit der Justiz hat der Veranstalter aber bis heute Ärger. So lief in diesem Jahr gegen ihn und seine Frau ein Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung und Untreue. Auch sollen einige Mitarbeiter der „Afrika! Afrika!“-Show nur einen Teil oder gar keine Gehälter erhalten haben.

Produktionskosten sollen nun auch im Fall des „Cotton Club“ ausschlaggebend für das abrupte Ende des Showformats gewesen sein. „Das große Weihnachtsgeschäft blieb leider aus. Die Investitionen in Millionenhöhe für die großzügigen Dinnershow-Zeltpaläste und deren mondäne Ausstattung war einfach zu groß“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, das außer dem Frankfurter „Cotton Club“ auch ein Pendant in München betrieb, bei dem die Sterneköche Holger Stromberg und Stefan Marquard für das Menü sorgten. Auch der Münchner „Cotton Club“ wurde vergangene Woche von einem Tag auf den anderen geschlossen. Beide Shows hätten eigentlich bis März laufen sollen. Bereits gekaufte Tickets können laut Veranstalter im Vorverkauf umgetauscht werden 

cz/isi

Quelle: op-online.de

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