Vor Weihnachten zu Gast in Frankfurt

Countdown für „Afrika! Afrika!“

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Eine Halle in Mannheim lässt Artistenkunst von höchstem Rang reifen. Dieses Bild entstand während der Proben.

Mannheim/Frankfurt - Dort, wo in Mannheim jedes Jahr der „Maimarkt“, die bekannte Regionalmesse und eine der größten Verbraucheraussstellungen Deutschlands stattfindet, laufen die Proben für die Neuinszenierung von André Hellers Erfolgsshow „Afrika! Afrika“ auf Hochtouren. Von Sonja Thelen

An der Seite der riesigen Halle liegen stapelweise Plakate, die für „Afrika! Afrika!“ in Klagenfurt werben. An einer anderen Stelle türmen sich weiche Matten. Handgeschriebene Zettel, die mit Tesafilm an der Wand festgeklebt sind, weisen den Künstlern den Weg zu den Garderoben oder zum WC. Mitten in der Halle ist die Bühne aufgebaut. Davor stehen einige Stuhlreihen für die Zuschauer. Auf einem Podest hat man ein Sofa platziert, auf dem André Heller freien Blick auf die Bühne hat, sowie einen Tisch, an dem die Techniker Platz nehmen. Zu diesem Zeitpunkt sind es nur noch wenige Tage bis zur Premiere in Baden-Baden am 1. Oktober. Bis die Show in Frankfurt eintrifft, wird es noch bis Mitte Dezember dauern.

Das Lampenfieber steigt, zumal an diesem Tag Pressevertreter eingeladen sind, der Probe beizuwohnen. Außerdem möchte Regisseur Heller einen knapp einstündigen Teil des Programms an einem Stück durchspielen, um zu sehen, wie die Abschlüsse der einzelnen Darbietungen und die Übergänge zwischen den Nummern klappen.

Insgesamt 70 Künstler

Bevor es losgeht, trommeln Heller und Choreograph Georges Momboye die 70 Künstler zusammen. Momboye, Enkel eines Stammeshäuptlings von der Elfenbeinküste, zählt weltweit zu den renommiertesten Vertretern des afrikanischen Tanzes. Aber nicht nur Momboye zeichnet sich durch seine Kunst aus, sondern auch die übrigen Artisten, von denen die meisten direkt aus Afrika etwa Tansania, Äthiopien, Sansibar, dem Senegal oder Guinea stammen oder aus der „Diaspora“ wie den USA, Frankreich oder den Niederlanden.

Handstandakrobatik, Menschenpyramiden, Poles-, Trampolin- und Stelzen-Akrobatik, aber auch Basketball-Freestyle, Kontorsion sowie ungewöhnliche Tanz-Performances werden in der Show geboten. Sie besteht aus vielen neuen Numern, aber auch aus Publikumslieblingen der Original-Show wie dem „Waterman“ Dickson Oppong aus Ghana. „In seinem Heimatland wird dieser Mann verehrt. Denn dort ist Wasser ein kostbares Gut. Umso erstaunlicher ist für die Menschen dort ein Mann, aus dem das Wasser sprudeln kann wie aus einem Brunnen. Die Menschen kommen von weither, um ihn zu sehen“, erläutert Regisseur Heller, der im Jahre 2006 mit „Afrika! Afrika!“ eine bis dahin noch nie dagewesene Zirkuskultur geschaffen hat. Mit rund vier Millionen Besuchern galt die Show international als einer der größten Erfolge in den vergangenen 20 Jahren.

Vorbereitungen für die Neuauflage

Die Vorbereitungen für die Neuauflage begannen im Herbst 2012, die Auswahl der Künstler und Acts Anfang des Jahres und die Proben in Guinea und Tansania im März. Jetzt geht die Neuinszenierung für sieben Monate auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Gegensatz zu früher aber nicht in einem Zelt, sondern als Bühneninszenierung. „Der Aufbau des Zeltes hat immer sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Damit sich das lohnte, musste das Gastspiel mindestens sechs bis acht Wochen dauern. Die lange Zeit führte aber dazu, dass viele Künstler Heimweh hatten. Daher haben wir uns für die kürzeren Gastspiele entschieden“, erklärt Pressesprecher Wolfgang Klauke.

In Frankfurt können sich die Zuschauer zur Adventszeit von der rasanten Show begeistern und mitreißen lassen. Vom 13. bis 21. Dezember gastiert „Afrika! Afrika!“ in der Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst. Die Ticketpreise liegen zwischen 25 und 79 Euro, telefonischer Kartenservice: 01806 229929 (20 Ct./a.d.dt.Festnetz, max. 60 Ct. a.d.dt. Mobilfunknetz). www.afrikaafrika.de.

Einen ersten Vorgeschmack auf das furiose Spektakel gab es schon mal für die Medien in der Maimarkt-Halle. „Wir hatten mit der vergangenen Show einen überragenden Erfolg. Jetzt ist es unsere Aufgabe, etwas Neues, Einzigartiges zu erschaffen, das der überbordenden und innovativen künstlerischen Gegenwart Afrikas gerecht wird“, so André Heller in seinem Gruß an die Künstler. Neu ist diesmal die riesige 140 Quadratmeter große LED-Leinwand, auf die Bilderwelten der afrikanischen Vergangenheit und Gegenwart projiziert werden. Als bei der Vorab-Generalprobe zunächst eine der Flächen nicht funktioniert, meldet sich André Heller, der nahezu regungslos und äußerst konzentriert vom Sofa im Dunkeln den Acts zuschaute, über Mikrofon: „Bitte behebt das Problem. Ich möchte nicht, dass dieses Element die ganze Zeit nicht funktioniert.“ Als dann die LED-Fläche komplett leuchtete, hieß es nur noch, sich zurücklehnen, genießen, den Rhythmus fühlen und sich mitreißen lassen.

Quelle: op-online.de

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