Das Crash-Risiko bleibt

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In den Rückstau gerast. Der schwere Unfall auf der A3 am Offenbacher Kreuz in Richtung Würzburg vor einer Woche geschah an einem bei Autofahrern bekannten Risikopunkt.

Offenbach - Eine bei Autofahrern gefürchtete Risikostelle am Offenbacher Kreuz soll entschärft werden. Allerdings erst ab dem Jahre 2016. Es handelt sich um den Bereich unter der Brücke der A661 in Richtung Würzburg. Von Michael Eschenauer

Hier sorgt ein kompliziertes Fahrbahnsystem regelmäßig für riskante Fahrmanöver und auch für Unfälle. Fahrer, die aus Richtung Frankfurt kommen, müssen sich auf den beiden rechten Fahrspuren einordnen, um entweder in Richtung Egelsbach oder in Richtung Offenbach auf die A661 aufzufahren. Häufig sind schwere Lastwagen, die nicht abfahren wollen, gezwungen, sich nach links in die weiterführenden Fahrspuren einzufädeln. Gleichzeitig aber versuchen sich andere Autofahrer in die Abbiegespuren einzuordnen - und das häufig relativ spät. Die Tatsache, dass sich hier in den Hauptverkehrszeiten häufig Rückstaus bilden, verschärft das Unfallrisiko.

Am Donnerstag, 11. August, ereignete sich hier ein Unfall mit sieben Verletzten. Ein Lastwagenfahrer hatte den Rückstau in der Abfahrt zur A661 Richtung Offenbach übersehen und war voll auf den Mercedes eines 31-jährigen Offenbachers geprallt. Sechs Fahrzeuge wurden beschädigt, das Sachschaden auf 80.000 Euro geschätzt.

Auch mehrere Leser unserer Zeitung bestätigen die prekäre Situation im Abfahrtsbereich. Er wundere sich täglich, dass es hier nicht regelmäßig zu tödlichen Unfällen komme, und dass die Straßenbauverwaltung nichts gegen diesen Zustand unternehme, so ein Schreiber. Auch Thomas Bernhard von der Autobahnpolizei Neu-Isenburg kennt das Problem seit Jahren: „Hier kommt es in der Tat immer wieder zu riskanten Situationen und auch Unfällen.“

Man habe bereits Computersimulationen gefahren

Beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt sei das Defizit der Leistungsfähigkeit dieses Abschnitts bekannt. Man habe bereits Versuche unternommen, mit Hilfe der Verkehrsbeeinflussungsanlagen die Gefahr zu mindern, berichtet Bernhard Kuelzer. „Die Situation ist, besonders im Berufsverkehr, in der Tat kompliziert, erst die Abfahrt Richtung Egelsbach, dann die Doppelkonstruktion Abfahrt Richtung Offenbach und Auffahrt Richtung Würzburg und dann noch die Weiterführung zur Anschlussstelle Offenbach.“ Ein Umbau sei nicht zu umgehen. Man habe bereits Computersimulationen gefahren. „Ziel ist es, die Autobahn in jede Richtung vierspurig auszubauen, und zwar zwischen dem Offenbacher Kreuz und der Anschlussstelle Hanau“, so Külzer. Derzeit gibt es jeweils drei Spuren für den durchlaufenden Verkehr. In Hochbelastungszeiten werden jeweils die Standstreifen freigegeben, was die Kapazität um ein Viertel erhöht.Man werde, so Kuelzer, versuchen - ebenfalls durch Umbaumaßnahmen der Fahrbahn - , den Verflechtungsbereich von Abfahrten und Auffahrt im Bereich des Offenbacher Kreuzes zu entschärfen. Wie das genau bewerkstelligt werden könnte, sei noch unklar. Im Amt wird über einen zweiten Sortierstreifen nachgedacht.

Dass die genervten Autofahrer sich weitere fünf Jahre gedulden müssen, liege an den knappen Haushaltsmitteln und der Tatsache, dass zunächst Baurecht geschaffen und die entsprechenden Haushaltbeschlüsse getroffen werden müssten.

Quelle: op-online.de

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