Mehr Spender anlocken

CSL-Plasmacenter jetzt in Frankfurt

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Kaum Laufkundschaft in der Lilistraße Plasma ist Grundlage für lebenswichtige Medizin Das CSL Plasmacenter durfte sich am neuen Standort in Frankfurt bereits über die ersten Spender freuen. Rund eine Stunde dauert der Vorgang, bei dem das Blutplasma entnommen wird.  

Frankfurt - Das CSL-Plasmacenter ist von Offenbach nach Frankfurt umgezogen. Am neuen Standort nahe der Einkaufsmeile Zeil soll die Zahl der Spender künftig deutlich wachsen. Von Sebastian Schwarz

Menschliches Blutplasma ist die Grundlage für eine Vielzahl von Medikamenten, nicht wenige davon sind lebenswichtig für diejenigen, die sie einnehmen müssen. Um künftig mehr Leute für eine Spende des kostbaren Blutbestandteils zu gewinnen, ist das CSL-Plasmacenter von der Offenbacher Lilistraße nach Frankfurt umgezogen. In der Stiftstraße, nahe der Zeil, wurde das Zentrum in dieser Woche wiedereröffnet.

In Offenbach war der Andrang von Spendern recht schleppend, wie Geschäftsführer Michael Schröder berichtet. Vor allem habe es dort an Laufkundschaft gefehlt. „Die Adresse in der Lilistraße musste man wirklich suchen“, sagt Schröder. In Frankfurt soll sich das nun ändern. Das Center liegt dort in einer Nebenstraße der Einkaufsmeile Zeil. „Wir hoffen, durch den zentralen Standort in Frankfurt noch mehr Menschen zu einer Plasmaspende bewegen zu können“, hofft CSL-Centermanager Manuel Röll.

In den neuen Räumlichkeiten steht deutlich mehr Platz zur Verfügung: 800 Quadratmeter, rund ein Drittel mehr als noch in Offenbach. Etwa zweieinhalb mal so viele Spender könne man dort betreuen, erläutert Schröder. Diese Kapazität will das Unternehmen auch ausnutzen. Hatte man in Offenbach noch einen Stamm von rund 1000 Spendern, sollen in Frankfurt 3000 bis 5000 neue Spender hinzugewonnen werden.

Aber wofür braucht man das Blutplasma überhaupt? CSL nutzt die Substanz, die den flüssigen Bestandteil des menschlichen Blutes bildet, für die Herstellung von Medikamenten. Rund 16.000 Menschen in Deutschland sind auf solche Präparate angewiesen. So wie zum Beispiel Stephan Bierwirth. Er sprach bei der Eröffnung des Centers über seine Krankheitsgeschichte. Der 28-Jährige leidet an einem angeborenen Immundefekt. Bei mehr als 100 Ärzten war er, bis die Krankheit vor vier Jahren bei ihm diagnostiziert wurde. Mehr als 60 Mal ist er bereits an einer Lungenentzündung erkrankt, war schon über 120 Mal stationär im Krankenhaus. Seine Medikamente, die aus dem Blutplasma der Spender gewonnen werden, sind für ihn lebenswichtig. „Ohne würde ich in vier Wochen sterben“, sagt der junge Mann.

Kostbares Gut: Aktionen sollen mehr Blutspender locken

Dass es eigentlich keinen Grund gibt, nicht spenden zu gehen, weiß Ivan Matic. Der 29-jährige Student hat schon über 300 Mal sein Plasma gegeben. „Es tut weder weh, noch ist es unangenehm“, meint der Frankfurter. Ganz im Gegenteil, das Ganze sei „unkompliziert und entspannt.“ Man könne dabei in aller Ruhe ein Buch lesen. „Das einzig Schlimme ist, dass man dabei nicht schlafen darf, obwohl die Liegen so bequem sind“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

Quelle: op-online.de

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