Appell für friedliches Zusammenleben

Proteste bei Besuch von Dalai Lama

Frankfurt - Der Dalai Lama hat an die Völker der Welt appelliert, friedlich zusammenzuleben. "Frankfurt ist ein Beispiel dafür, dass verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Ländern glücklich zusammen leben", sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Rathaus Römer.

Dieser Geist werde auf der ganzen Welt gebraucht, sagte der Friedensnobelpreisträger unter Bezug auf die "zahlreichen humanitären Probleme" in der Welt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) würdigte den Dalai Lama als "einen Mann des Friedens und Vorbild des interreligiösen Dialogs". Vor dem Rathaus demonstrierten mehrere hundert Menschen. Etwa 400 von ihnen gehörten nach Polizeiangaben der buddhistischen Shugden-Strömung an. Sie wirft dem Dalai Lama unter anderem religiöse Verfolgung vor. In Sprechchören skandierten sie auf Englisch: "Falscher Dalai Lama. Hör auf zu lügen!" Rund 300 Unterstützer des geistlichen Oberhaupts der Tibeter waren auch auf den Römerberg gekommen. Eine kleine Gruppe Chinesen protestierte zudem gegen die Unabhängigkeit Tibets.

Nach dem Empfang im Kaisersaal des Römers wurde der Dalai Lama im Museum für Angewandte Kunst von Kindern begrüßt. Anschließend sprach er mit rund 70 Schülern über Mitgefühl und sozial verantwortungsvolles Handeln in der Wirtschaft. Zum Abschluss seiner dreitägigen Hessenreise trifft sich der Dalai Lama am Dienstag in Wiesbaden mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und den Vorsitzenden der Fraktionen im Landtag.Zum Auftakt hatte er am Sonntag vor mehr als 7000 Menschen in der Landeshauptstadt die Einheit Europas angemahnt. Nach Angaben der Veranstalter ist es die 38. Reise des geistlichen Oberhaupts der tibetischen Buddhisten in Hessen. (dpa)

Quelle: op-online.de

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