Dalai Lama gibt Frankfurt die Ehre

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Der Dalai Lama kommt vom 30. Juli bis zum 2. August nach Frankfurt.

Frankfurt - „Man wird die Schwingungen und die Energie seiner Heiligkeit überall im Stadion empfangen können. Es könnte sogar sein, dass sie für manche zu stark sind.“ Der Dalai Lama kommt vom 30. Juli bis zum 2. August nach Frankfurt. Von Michael Eschenauer

Es ist der erste Besuch in der Mainmetropole überhaupt, und Thich Thien Son, der Ehrwürdige Abt der Pagode Phat Hue an der Hanauer Landstraße, hat keine Sorgen, dass irgendjemand in der Commerzbank-Arena die Botschaft des geistigen Oberhaupts der Tibeter verpassen könnte. Für Thich Thien Son geht es bei dem Besuch um nichts weniger als „Impulse für das Leben und Überleben in der heutigen Zeit“.

Die Tickets, mit denen mehrere buddhistische Verbände die Kosten von einer Million Euro decken wollen, sind ab 29 Euro unter 01805-027000 oder http://www.ticketonline.com erhältlich.

Details zum Programm: http://www.dalailama- frankfurt.de

Unter dem Titel „Kunst des Lebens“ wird die globale Symbolfigur für den Buddhismus und den friedlichen Unabhängigkeitskampf Tibets „Unterweisungen für die Lehre“ geben und mit Wissenschaftlern über aktuelle Themen diskutieren. Veranstaltungsort ist die Commerzbank-Arena. 40 000 Besucher werden erwartet. In Deutschland leben rund 250 000 Buddhisten. Dass die Religion zunehmend Anhänger findet, sieht die Präsidentin der mitveranstaltenden Deutschen Buddhistischen Union (DBU), Sabine Thielow-Pressing, dadurch belegt, dass es in ihrer Organisation bei der Gründung 1955 nur acht Gemeinschaften gegeben habe, während es heute über 60 seien. „Es gibt auch viele, die ihre religiöse Praxis im stillen Kämmerchen ausüben.“

„Wir erwarten Ideen für ein besseres, friedvolleres und verträglicheres Leben“, sagte sie gestern bei der Vorstellung des viertägigen Programmes . Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck von der Universität Würzburg, der unter anderem mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter diskutieren wird, erwartet wichtige Aussagen für ein weitergehendes Verständnis von Wirtschaftsprozessen. Immer mehr, so Brodbeck, finde die Vorstellung der „Gier“, die es auch im Buddhismus gebe, Eingang in die Wirtschaftstheorie. Die Visite in Frankfurt ist der längste Termin, den der Dalai Lama bei seinem diesjährigen Europabesuch absolviert. Im Anschluss wird er nach Marburg reisen, wo ihm die Ehrendoktorwürde der Universität verliehen wird.

Er sei das Symbol „für einen empfindsamen Umgang der Menschen miteinander“, für „Achtsamkeit, Genügsamkeit und das Prinzip, kein Wesen zu verletzen“ sagt Thielow-Pressing. „Wir als Buddhisten sind überzeugt, dass Buddha Antworten auf Probleme im 21. Jahrhundert geben kann.“

   Der für das Rhein-Main-Gebiet in dieser Art einmalige Besuch umfasst zwei Teile: Am 30. und 31. Juli werden Fragen menschlichen Lebens erörtert und aus Sicht des Buddhismus beantwortet. „Wie kann ich bewusster leben?“, „Was bedeutet Weisheit?“, „Was hilft mir, im Gleichgewicht zu bleiben?“ Die Podiumsgespräche am Samstag behandeln unter anderem Themen wie Wirtschaft und Ethik, Umweltbewusstsein globale und persönliche Verantwortung. Am Sonntag lautet das Thema „Innerer und äußerer Frieden: Eine lebenswerte und menschenwürdige Zukunft verwirklichen“.

Zu den Unterweisungen in der Lehre sowie zu den Diskussionen für Anhänger und Interessierte werden jeweils bis zu 10 000 Besucher erwartet. Für die Veranstaltung stehen eine 25 mal 16 Meter große Bühne drei Leinwände und der Video-Würfel der Arena bereit. Sponsoren zu gewinnen sei schwierig, sagten die Veranstalter. Es habe Absagen gegeben, weil potenzielle Förderer „Probleme mit China bekommen haben“.

Quelle: op-online.de

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