Lotto Hessen denkt an Tippgemeinschaften

Damm gegen Streit unter Glückspilzen

Wiesbaden (fp) ‐ Ein Urteil verunsichert Lotto-Tippgemeinschaften. In Hildesheim hatte ein Mitspieler einer Dreier-Tippgemeinschaft seine Teilnahme am letztlich gewinnträchtigen Gemeinschaftstipp vor Gericht nicht beweisen können und war deshalb leer ausgegangen (wir berichteten). Der angebliche Mitspieler hätte zumindest eine Kopie des Spielscheins oder eine Quittung über den Spielbetrag vorlegen müssen, so der Richter. Das freilich geht an der Lebenswirklichkeit vorbei. Wer fordert schon von den Freunden oder Arbeitskollegen Kopien des Spielscheins ein und dokumentiert damit sein Misstrauen.

Lotto Hessen verweist auf seinen „TeamTipp“. Statt nur einer einzelnen Spielquittung für die gesamte Tippgemeinschaft wie im Hildesheimer Fall, sichert der in Hessen angebotene „TeamTipp“ jedem der bis zu 12 Teilnehmer eine eigene Spielquittung. Bei Abgabe des Spielscheins muss lediglich die Anzahl der teilnehmenden Spieler genannt werden. Mit dieser individuellen Spielquittung kann der Gewinner dann den ihm zustehenden Anteil der Gewinnsumme unabhängig von seinen Mitspielern in jeder Verkaufsstelle von Lotto Hessen einlösen. Damit werde Streitigkeiten im Gewinnfall bereits im Vorfeld vorgebeugt, versichert Pressesprecherin Dorothee Hoffmann. Dieses spezielle Angebot gebe es bisher nur in Hessen und Hamburg.

Lotto Hessen bietet auf seiner Homepage unter dem Menüpunkt „Service“ außerdem einige Verhaltensempfehlungen für Tippgemeinschaften an, darunter auch einen Mustervertrag. Denn es empfiehlt sich, die wichtigsten Vereinbarungen wie die Namen aller beteiligten Personen und deren Einsätze und den Namen des „Team-Chefs“ im Vorfeld schriftlich zu fixieren. Achtet dann noch jeder Teilnehmer der Spielgemeinschaft darauf, dass er seine anteilige Spielquittung durch den „Team-Chef“ erhält, kann nichts passieren.

Die Tippgemeinschaft in Hildesheim hatte im Sommer 2008 durch ein „Super Ding“ aus sechs Richtigen plus Zusatzzahl gut 1,7 Mio. Euro gewonnen. Zwei Mitglieder teilten den Gewinn allein unter sich auf. Der Dritte fühlte sich um seinen Anteil gebracht und erstattete Strafanzeige, die mittlerweile zu einer Anklage wegen Betruges gegen die glücklichen Gewinner führte. Der Prozess soll ungeachtet der „Quittungs-Entscheidung“ demnächst stattfinden.

http://www.lotto-hessen.de

Quelle: op-online.de

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