Seit VOX-Sendung „Sing meinen Song“ in aller Munde

Daniel Wirtz: Der Rock’n’Roller aus Frankfurt

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Daniel Wirtz

Frankfurt - Daniel Wirtz hat sich hochgearbeitet: Spätestens seit seiner Mitwirkung an der populären VOX-Fernsehshow ist der Frankfurter Rockmusiker in aller Munde. Von Detlef Kinsler

Seine beiden Konzerte im September in der Batschkapp sind bereits ausverkauft , das neue Album „Auf die Plätze, fertig, los!“ stieg auf Platz sechs der Charts ein. Nicht wenige werden sich verwundert die Augen reiben, wenn sie das aktuelle Video „Ich weiß es nicht“ von Daniel Wirtz ansehen. Da lässt sich der Frankfurter Rock’n’Roller auf dem Heimweg ins kuschelige Bettchen abfangen und ins Rotlichtviertel umleiten, um im „Pik Dame“ mit Moses Pelham als Verführer tief ins Schnapsglas zu schauen. Moment mal! Wer steht denn da an der Tür? Das ist doch Xavier Naidoo. Und wer vergnügt sich da mit hübschen jungen Damen beim Hoch-die-Tassen im schummrigen Separee? Andreas Bourani und Hartmut Engler. Und als aufreizende Tänzerin mit schwarzer Perücke erkennt man - wenn auch erst auf den zweiten Blick - Yvonne Catterfeld. Schließlich bezieht der schon sichtlich angeschlagene Wirtz Prügel von den beiden „Prinzen“ Tobias Künzel und Sebastian Krumbiegel auf dem Klo. Einzig Christina Stürmer fehlt. Sie ist nur kurz auf dem Display eines Smartphones zu sehen.

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Wir erleben also (fast) die ganze Mannschaft der bis Juli ausgestrahlten, zweiten Stafffel von „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ (Vox) in einem mehr als ungewohnten Ambiente. Dass sie alle Wirtz beim Dreh unterstützen, ist in Indiz dafür, dass die in Südafrika zur Schau gestellte Kollegialität nicht, wie von Zweiflern angenommen, nur ein vom Drehbuch verordneter Schwindel war. Daniel Wirtz (39), in Heinsberg im Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien geboren, Anfang der 2000er Jahre von Dortmund aus erfolgreich mit der Alternative-Rockband Sub7even, reiste als Underdog zu den Chartgiganten in den Süden. „Ich dachte zuerst, ich müsse Hartmut Engler die erste Woche noch siezen“, erzählt er beim Interview vorm Frankfurter Szenetreff „Plank“. Aber von Anfang an begegneten sich alle auf Augenhöhe, der Marktwert des einzelnen trat weit zurück hinter der Lust, sich mit den Liedern der anderen auseinanderzusetzen.

Wirtz durfte sich nicht nur über den Respekt der Kollegen freuen, fast ehrfürchtig begegneten sie dem Typ, der sich traut, was andere sich nicht trauen (oder einfach nicht können). Mit lauten Gitarren und klaren Worten im Geschwindigkeitsrausch seiner alten Liebe, dem Grunge, nachzuhängen. Seattle am Main. „Es war für mich ein Kinderspiel, da mal die Punk- oder Rockkarte zu ziehen. Es hat Spaß gemacht ihnen ihre Songs so vorzuspielen, denn ich wusste, im Herzen sind das alle Rock’n’Roller, und sie wissen es auch zu schätzen und freuen sich drüber“, lässt Wirtz die Tage im exotischen Garten Revue passieren.

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Auch ohne das „Tauschkonzert“, für Wirtz „das geilste TV-Format seit dem ,Rockpalast’“, und ohne große Medienpräsenz bis dato hat der Sänger und Gitarrist mit seinem kleinen Team um den Produzenten Matthias Hoffmann (Laith Al-Deen) seit 2008 kontinuierlich seinen Ruhm gemehrt. Alle Alben erreichten Chartsplatzierungen („Akustik Voodoo“ 2011 sogar die Top 5), die Besucherzahlen bei den Konzerten wuchsen stetig an.

„Mein Publikum hat sich selbst gezüchtet, es sind eigentlich nur Freunde und Freunde von Freunden“, erinnert Wirtz an acht Jahre Schweiß und Tütensuppe. Kamen anfangs 30, 40 Eingeweihte zu den Gigs, brachte jeder schließlich seinen Kumpel mit, der wiederum Freunde motivierte. Ende September wird die Batschkapp zwei Mal ausverkauft sein, wenn er nach den Open Airs mit Naidoo im Sommer sein neues Album „Auf die Plätze, fertig, los!“ vor „seinen Leuten“ zelebrieren will.

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Da trifft er dann neben den durchs Fernsehen neu gewonnenen Fans auf seine langjährigen Supporter, von denen der eine oder andere den Namen Wirtz als Tattoo trägt. Die lassen ihren „Helden“ dann auch wissen, wie wichtig seine Musik für sie ist, formulieren Sätze wie „Danke, dass du den Song zu meinem Leben geschrieben hast. Wenn Deine Musik nicht zu einer schlimmen Zeit da gewesen wäre, wäre ich heute nicht mehr hier.“

Dieser Stellenwert seiner Songs ehrt Witz. „Auf der anderen Seite ist es auch eine Bürde, der ich versuche gerecht zu werden“, betont Wirtz. Dieser kleine Kosmos, die Bindung zwischen Musikern und Getreuen ist sehr speziell. „So was haben nicht viele Bands. Wenn ich auf der Bühne stehe, habe ich nicht das Gefühl ich stehe vor Fremden, sondern vor Freunden. Da hat jeder eine ganz eigene Geschichte zu jedem einzelnen Song.“

Quelle: op-online.de

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