Bei Darmstädter HSE wird massiv gespart

Darmstadt - Die Energiewende setzt so manchen regionalen Anbieter unter Druck: Der Darmstädter Energieversorger HSE hat jetzt einen massiven Sparkurs angekündigt, dem auch Arbeitsplätze zum Opfer fallen können. Von Achim Lederle 

Wie HSR-Sprecher Michael Ortmanns gestern unserer Zeitung bestätigte, will das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit in den kommmenden vier Jahren deutlich verbessern. Dazu seien insgesamt über 300 Maßnahmen angedacht, so Ortmanns. Den größten Sparbeitrag sollen dabei die 2 150 Beschäftigten leisten. Ortmanns betonte zwar, dass eine Betriebsvereinbarung bis Ende 2015 Kündigungen ausschließe. Für die Zeit danach sei jedoch alles offen. „Wir müssen die Ergebnisse der Verhandlungen mit Betriebsrat und Arbeitnehmervertretern abwarten, die jetzt begonnen haben“, unterstrich Ortmanns.

Die HSE-Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolff-Hertig sprach gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von einem „sozialverträglichen Abbau“ von Arbeitsplätzen. Gemeint sei damit, dass befristete Jobs nicht verlängert und freie Stellen nicht neu besetzt würden oder Vollzeit-Beschäftigten Teilzeitstellen angeboten werden sollen. Auch die Kürzung von Sonderleistungen oder die Nichtausbezahlung von Überstunden sollten diskutiert werden.

Die HSE will damit einen Negativtrend stoppen, der sich 2012 mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses von 77 auf 65 Millionen Euro zeigte. Noch gravierender war das Absinken des Jahresüberschusses von 32 auf zwei Millionen Euro. Das Ergebnis soll nach „FAZ“-Angaben nun um 92 Millionen Euro verbessert werden. Schuld an der HSE-Misere ist Ortmanns zufolge die Energiewende. Die Erneuerbaren Energien würden gefördert; in der Übergangsphase seien aber vor allem günstige Braunkohlekraftwerke gefragt. Der Betrieb von Gaskraftwerken werde zunehmend unrentabel, was die HSE nach Berechnungen der „FAZ“ alleine im vergangenen Jahr 18 Millionen Euro gekostet habe.

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So habe der Anbieter 2012 an seinem Gas- und Turbinenkraftwerk in Irsching acht Millionen Euro und am Gaskraftwerk auf dem eigenen Betriebsgelände zehn Millionen Euro abschreiben müssen. Diese Geld fehle nun in der HSE-Bilanz. „Die Marktbedingungen haben sich für alle Versorger durch die Energiewende grundlegend verändert“, unterstrich Ortmanns. Nur mit einschneidenden Maßnahmen könne der Darmstädter Anbieter seine Zukunftsfähigkeit sicherstellen und damit auch die Zeit überbrücken, bis Anlagen auf Grundlage Erneuerbarer Energien solide Erträge erwirtschafteten.

Quelle: op-online.de

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