„Das ist so geil“ macht CDU sauer

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Peter Feldmann

Wiesbaden - Der Landtag hat gestern über die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt debattiert. Die SPD machte den Sieg ihres Kandidaten Peter Feldmann zum Thema einer aktuellen Stunde, was ihr von der CDU den Vorwurf des Hochmuts eintrug.

Frankfurt sei eine blühende Stadt, aber es sei auch eine Stadt der sozialen Gegensätze, der Kinderarmut, sagte der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph. „Peter Feldmann hat das angesprochen.“ Rudolph deutete Feldmann Sieg als „schwere Niederlage der Landesregierung“. Die Kehrtwende des CDU-Kandidaten, Innenminister Boris Rhein, für ein Nachtflugverbot sei unglaubwürdig gewesen. „Sie wollen ihre aktuelle Stunde zu einer Triumphstunde missbrauchen“, sagte dagegen CDU-Fraktionschef Christean Wagner. „Hochmut kommt vor dem Fall.“

Er hielt dem SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel unangemessene Sprache vor, weil der am Wahlabend mehrfach gesagt hatte: „Das ist so geil.“ Wagners Verteidigungslinie: Er erinnerte an den Wortbruch der SPD unter Andrea Ypsilanti 2008, die gegen ihr Versprechen mit den Linken zusammengehen wollte.

Strategische Brillanz der Frankfurter SPD

Grüne und Linke waren sich einig, dass die Abstimmung weniger für Feldmann als gegen Rhein ausgegangen sei. „Ich glaube, die Gründe, und da wird mir selbst Thorsten Schäfer-Gümbel zustimmen, liegen nicht in der strategischen Brillanz der Frankfurter SPD“, sagte Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir. Für eine liberale und multikulturelle Stadt sei der konservative Rhein der falsche Kandidat gewesen.

„Die besten Wahlkämpfer für Feldmann kamen aus den Reihen der Landesregierung“, sagte Linken-Fraktionschefin Janine Wissler, selbst gescheiterte OB-Kandidatin. So habe Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) im Wahlkampf den Verkauf der Nassauischen Heimstätte angekündigt, obwohl bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt knapp sei. Vizeministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) kündigte an, die Landesregierung werde eng mit Feldmann zusammenarbeiten.

dpa

Quelle: op-online.de

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