Bahn und Deinbus stehen Mitte März wieder vor Gericht

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Die drei Gründer des Start-up-Unternehmens „DeinBus“: Christian Janisch, Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr (von links). Der 28-jährige Janisch hat gemeinsam mit den zwei Studienkollegen eine Mitfahrzentrale fuer Busreisende gegründet. So bietet das Offenbacher Unternehmen eine günstige Möglichkeit für Busreisen im Fernverkehr.

Frankfurt - Weil die Bahn das internetbasierte Busunternehmen „Deinbus“ aus Offenbach vom Markt haben will, geht der Streit zwischen Bus und Bahn am 17. März vor dem Frankfurter Landgericht in die nächste Runde.

Für diesen Tag ist ein weiterer Verhandlungstermin vor dem Landgericht angesetzt, bestätigte ein Gerichtssprecher heute. Ein Urteil im Anschluss an die mündliche Verhandlung sei möglich, aber unwahrscheinlich. Zuletzt waren die Parteien am 19. November gehört worden, ein Termin am 21. Januar war verschoben worden.

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Die Bahn gegen DeinBus

Jungunternehmer bereiten sich auf Prozess vor

Die Bahn will den von drei Studenten gegründeten Marktneuling Deinbus aus dem Verkehr ziehen lassen, der seit Dezember 2009 Busfahrten im Internet anbietet. Wie bei einer Mitfahrzentrale können sich Reisende für eine Strecke zusammentun. Sind genügend Passagiere gefunden, kümmert sich das Startup, das in der Offenbacher Heyne-Fabrik angesiedelt ist, um einen Bus und kann die Touren deutlich günstiger anbieten als die Konkurrenz auf Schienen. Aus Sicht der Bahn betreibt Deinbus einen Linienverkehr, für den eine spezielle Konzession notwendig ist. Die Studenten pochen auf eine Genehmigung von 2009, die den Betrieb als Gelegenheitsverkehr bewertet.

Weiterhin optimistisch

„Wir sind weiterhin optimistisch und glauben, dass wir gute Argumente haben“, sagte Deinbus-Geschäftsführer Alexander Kuhr. Die Richterin habe von beiden Parteien bis Mitte Februar weitere Stellungnahmen gefordert, sagte er. Bei der Bahn gebe es keinen neuen Stand, sagte ein Sprecher. „Wir warten den Prozess ab.“

Der verschobene Termin und die intensive Berichterstattung helfen dem Jungunternehmen in jedem Fall, denn bis zu einem Urteil rollen die Busse weiter. „Wir hatten zuletzt steigende Auslastungszahlen“, sagte Kuhr. Die seien sogar so gut, dass das Unternehmen im Fall einer Niederlage über eine Berufung nachdenken kann. Im November hätte sich das Start-up nach Angaben des Geschäftsführers einen neuen Prozess nicht leisten können. „Zum Glück ist die Situation jetzt nicht mehr so“, sagte Kuhr. Am Mittwoch will sich Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch (FDP) bei Deinbus informieren.

dpa

Quelle: op-online.de

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