Gleisblockade am Ostbahnhof

Gegendemonstranten verhindern NPD-Protest

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Demonstranten blockieren am Frankfurter Ostbahnhof die Gleise, um gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD zu demonstrieren. Die NPD wollte am Frankfurter Ostbahnhof gegen den Euro demonstrieren. Mehr als zehn linke Gruppierungen hatten Gegendemonstrationen angemeldet.

Frankfurt/Hanau - Hanau statt Frankfurt. In der Mainmetropole hat gestern keine Demonstration der rechtsextremen NPD  stattgefunden. Stattdessen versammelten sich etwa 180 NPD-Anhänger in Hanau.

Auch eine Kundgebung der NPD-Jugendorganisation in Wiesbadensagten die Veranstalter kurzfristig ab, teilte die Polizei mit. „Dieser 1. Mai ist ein extrem guter Tag für die Landeshauptstadt“, sagte Wiesbadens Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz.

In Frankfurt hatten zuvor laut Polizei rund 800 Gegendemonstranten Gleise nahe des ursprünglichen Versammlungsortes am Frankfurter Ostbahnhof besetzt. Bei 37 Zügen kam es zu Verspätungen, 33 mussten umgeleitet werden. Größere Randale sei ausgeblieben, sagte eine Polizeisprecherin. Es sei nur vereinzelt zu Steinwürfen gekommen. Insgesamt gab es nach Polizeiangaben drei Festnahmen. Die Gleise wurden im Laufe des Nachmittages geräumt. Zudem kam es zu einem unangemeldeten Protestzug von rund 1000 linken Demonstranten in der Innenstadt, der ebenfalls weitgehend friedlich blieb.

Linke ziehen friedlich durch die Innenstadt

„Die Strategie ist aufgegangen, größere Auseinandersetzungen konnten bisher verhindert werden“, sagte Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) am frühen Abend.

Den Anhängern der NPD war es aufgrund der Proteste nicht möglich, den Versammlungsort am Frankfurter Ostbahnhof zu erreichen. „Die Problematik war, dass wir in Frankfurt nicht reingekommen sind“, sagte ein Sprecher der NPD. Insgesamt kamen nach Polizeiangaben lediglich 14 NPD-Anhänger in die Nähe des Versammlungsortes.

Bilder von den Mai-Demonstrationen in Frankfurt

Mai-Demonstrationen in Frankfurt

Die unangemeldete Kundgebung auf dem Marktplatz in Hanau löste die Polizei nach eigenen Angaben kurz darauf auf. Der DGB kritisierte, dass die Hanauer Kundgebung nicht schon im Vorhinein von der Polizei verhindert worden sei. „In Hanau und auch woanders ist kein Platz für Menschverachtung und Hass“, sagte Alex da Silva vom DGB Südosthessen laut Mitteilung.

dpa

Bilder von den Mai-Demonstrationen in Berlin

Bilder: Krawalle bei revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen

Quelle: op-online.de

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