Drei Wochen vor dem Bürgerentscheid

DFB stellt Pläne für Mega-Neubau vor

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Blick auf den Eingangsbereich der neuen Akademie des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt. Mit dem Bau soll Anfang 2017 begonnen werden, Ende 2018 ist die Eröffnung geplant.

Frankfurt - Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, „brennt“ und würde am liebsten gleich mit dem Bauen anfangen. Bundestrainer Jogi Löw freut sich auf einen Ort des „Lernens und gegenseitigen Bereicherns“, während DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ein „Jahrhundertprojekt“ feiert. Von Michael Eschenauer

Seit gestern,14. 30 Uhr, kennt die Welt den Entwurf für die neue DFB-Fußball-Akademie. Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ließ sich bei der opulenten Präsentation mit Videovorführung in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) an der Otto-Fleck-Schneise vor hochrangigem Fußball-Publikum und viel Presse von der Begeisterung anstecken und outete sich als „Fußball-Freak“. Der Vorentwurf, für den sich das Preisgericht des DFB bei seiner Sitzung am 18. Mai einstimmig aussprach, soll am 10. Juli durch das Präsidium endgültig abgesegnet werden. Das Konzept, das den Sport, die Arbeit mit und am Sport und die Kommunikation der verschiedenen Arbeitsbereiche im DFB in den Mittelpunkt stellt, stammt von dem Aachener Architektenbüro Kada und Wittfeld. Das Büro steht für Bauvorhaben wie das Grimm-Museum in Kassel, das Keltenmuseum am Glauberg, die Frankfurter Messehalle 12 und das Forschung- und Entwicklungsgebäude von Adidas in Herzogenaurach. Insgesamt, so Winfried Nass von technischen Projektmanagement der DFB-Akademie, lagen 218 Entwürfe vor.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Redakteur Michael Eschenauer.

Die DFB-Akademie kostet nach derzeitigem Stand 89 Millionen Euro, mit ihren Gebäuden deckt sie ein Areal von 1,8 Hektar ab und hält etwa 360 Arbeitsplätze bereit. Als integrierendes Element dient zunächst ein gemeinsames Dach für die verschiedenen Baukomplexe. Hinzu kommt eine zentrale Fußweg-Achse, die „Magistrale“, die nicht nur kurze Wege, sondern auch Raum für informelle Kommunikation bieten soll. Insgesamt wird die Akademie fünf Fußballfelder umfassen, eines davon möglicherweise überdacht. Hierzu existiert allerdings noch kein entsprechender Präsidiumsbeschluss. Bis zur endgültigen Abstimmung über den Entwurf wird mit weiteren Änderungen gerechnet. Allerdings bleibt die Grundstruktur einer etwa 200 Meter langen Achse unangetastet.

Die mächtigsten Männer im deutschen Fußball

Sie beginnt im Süden an der Kennedyallee mit dem bisher vierstöckig geplanten Verwaltungs- und Medienzentrum. Hier befinden sich auch der Haupteingang und der Fan-Shop. Diese beiden Bereiche sind der Öffentlichkeit ohne weitere Einschränkungen zugänglich. Der Rest der Anlage wird allerdings durch Zäune beziehungsweise eine Ausweispflicht geschützt. Nächste Station der „Magistrale“ ist die ebenso wie die DFB-Zentrale in Atriumbauweise geplante Akademie. Sie bildet mit Unterrichtsräumen, einer Fußball-Halle, einem sportmedizinisch-sportwissenschaftlichen Bereich, einem Fußball-Laboratorium und Einrichtungen für die Schiedsrichter und Trainerausbildung das Herz der Anlage.

Direkt gegenüber befindet sich eines der Spielfelder, angrenzend daran das Parkhaus. Das Ende der Fußgängerachse bildet der Logistikbereich. Für die Sportler und die anderen Teilnehmer an Schulungen und Trainingsangeboten stehen im „Athletenhaus“, einer Art Hotel im Stil einer gehobenen Jugendherberge, 80 Zimmer mit 90 Betten zur Verfügung. Das „Athletenhaus“ befindet sich entlang der „Magistrale“. Angesichts des am 21. Juni bevorstehenden Bürgerentscheids bot der Fußball-Bund gestern im Rahmen einer Art Talkshow deutsche Top-Prominenz als Fürsprecher des Projekts auf. Der Bürgerentscheid ist womöglich auch der Grund dafür, dass es außer einem Animationsfilm kaum nähere Informationen über das Projekt gab.

Quelle: op-online.de

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