DFB-Zentrum auf Pferde-Rennbahn?

Fußballer statt Galopper

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Frankfurt - Die traditionsreiche Galopprennbahn im Frankfurter Stadtteil Niederrad steht vor dem Aus. Grund sind allerdings weniger die hohen Mietschulden, die Rennbahnbetreiber Manfred Hellwig bei der Stadt als Eigentümerin des Rennbahn-Geländes hat.

Vielmehr bahnt sich in Frankfurt ein spektakuläres Projekt an: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) soll auf dem Areal sein geplantes Leistungs- und Kompetenzzentrum errichten. So berichteten es jedenfalls gestern Abend die Online-Portale von „Bild“ und „Frankfurter Rundschau“. Der DFB hatte vor drei Jahren verkündet, in absehbarer Zeit ein Leistungszentrum bauen zu wollen, das den Jugendtrainern des Verbands, Schiedsrichtern, Scouts, Fitnessexperten und Physiotherapeuten als Ort des Austausches dienen und so den deutschen Fußball voranbringen soll. Neben Frankfurt zeigten auch mehrere andere deutsche Großstädte - darunter etwa Köln und Duisburg - Interesse daran, Standort dieses Zentrums zu werden.

Besonders intensiv warb aber Frankfurt, nicht zuletzt, weil der DFB hier schon seine Geschäftsstelle unterhält. Laut Medienberichten soll das Planungsdezernat der Stadt nicht weniger als 20 mögliche Flächen geprüft haben. Übrig geblieben sei aber nur die Galopprennbahn, deren Gelände 45 Hektar groß ist. Davon will die Stadt ein Drittel an den DFB in Erbpacht - vermutlich auf 99 Jahre - vergeben. Wie viel der Verband dafür bezahlen soll, ist nicht bekannt. Es gilt jedoch als gesichert, dass die Stadt dem DFB sehr weit entgegenkommen wird. Auf dem teils unter Naturschutz stehenden Gelände könnten ab 2016 bis zu fünf Fußballplätze entstehen, dazu eine Halle und Gebäude für Konferenzen. Die Baukosten werden auf 20 Millionen Euro geschätzt. Der DFB will sich auf seiner Präsidiumssitzung am 21. März mit dem Angebot der Stadt Frankfurt befassen.

Was mit dem übrigen Rennbahn-Gelände geschehen soll, ist offen. Das Hotel, das derzeit von einem chinesischen Investor gebaut wird, könnte möglicherweise vom Fußballverband genutzt werden. Auch die Tribüne könnte integriert werden. Die Stallungen im Norden des Geländes könnten weiter für Pferdesport dienen. Für den Rennbahnbetrieb selbst aber bedeutete die Ansiedlung des Kompetenzzentrums das Aus. Die Saison 2014 wie auch der Betrieb im nächsten Jahr sollen dem Vernehmen nach aber noch gesichert sein.

isi

Quelle: op-online.de

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