Reißverschlussverfahren gegen Fluglärm?

Langen/Frankfurt - Genau wie im Straßenverkehr: Flugzeuge sollen künftig im Reißverschluss-System auf den Frankfurter Flughafen zufliegen und damit die Lärmbelastung verringern. Die Flugsicherung untersucht das System derzeit auf Herz und Nieren. 

Wie im Straßenverkehr könnten Flugzeuge künftig im Reißverschluss-System auf den Frankfurter Flughafen zufliegen und damit helfen, die Lärmbelastung zu verringern. Das Verfahren mit der Bezeichnung „Point Merge“ hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) in einer simlulatorgestützten Machbarkeitsstudie untersucht und auch geprüft, ob es sich für den Frankfurter Flughafen eignet.

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Die Ergebnisse der Studie seien vielversprechend, müssten aber noch abschließend bewertet werden, teilte die DFS gestern Abend in Langen mit. Bei „Point Merge“ werden Anflüge in relativ großer Höhe kanalisiert und mit Sicherheitsabstand kontinuierlich sinkend zum Endanflug geführt. An einem bestimmten Punkt fließen die Flugwege hintereinander aufgereiht zusammen, ähnlich wie im Reißverschluss im Straßenverkehr. Dieses Verfahren wird nach Angaben der DFS derzeit in Oslo angewandt.

Lärmreduzierung bei An- und Abflügen

Der Vorteil liege nicht nur in der Lärmreduzierung bei den Anflügen, sondern auch bei den Abflügen - wenn die Maschinen in größerer Höhe anfliegen, können die startenden Flugzeuge auch schneller an Höhe gewinnen. Ab Januar sollen ankommende Flugzeuge aus größerer Höhe als bisher in einer Art Gleitflug auf den Airport zufliegen. Dieses sogenannte kontinuierliche Sinkflugverfahren (CDO - Continuous Descent Operations) soll zumindest tagsüber in verkehrsärmeren Zeiten genutzt werden.

„Der DFS ist die Belastung vieler Anwohner durch den Flugverkehr sehr wohl bewusst“, sagte DFS-Geschäftsführer Ralph Riedle laut Mitteilung. „Daher tun wir alles, was in unserer Verantwortung liegt, um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten.“

dpa

Quelle: op-online.de

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