Millionen Deutsche betroffen

Diabetes schleicht sich in den Körper

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Ungesundes Essen und zu wenig Bewegung: Immer mehr Kinder leiden deswegen mittlerweile unter typischen Alterskrankheiten wie Diabetes Typ 2.

Offenbach - Volkskrankheit Diabetes - schon heute sind mindestens acht Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Und Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Betroffenen in den nächsten zehn bis 20 Jahren deutlich zunehmen wird.

Das Deutsche Diabetes-Zentrum rechnet bis 2030 allein in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen von einem Anstieg um etwa 1,5 Millionen Menschen aus. Der Diabetes ist zugleich die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter, doch verglichen mit altersgleichen nichtdiabetischen Kindern sind Gesundheitszustand und Lebensqualität von Kindern mit Typ-1-Diabetes nicht eingeschränkt.

Die Glukose im Blut ist der wichtigste Energielieferant für den Körper, vor allem Gehirn und Muskeln benötigen diesen aus der Nahrung gewonnenen Zucker, um ihre Arbeit leisten zu können. Die Aufnahme des Blutzuckers in die Zellen steuert das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Beim Diabetes mellitus, Zuckerkrankheit genannt, ist der Zuckerstoffwechsel gestört. Die Bauchspeicheldrüse bildet entweder nicht genug oder gar kein Insulin (Typ-1-Diabetes), oder es ist zwar ausreichend Insulin vorhanden, aber es wirkt nicht mehr (Typ-2-Diabetes). Der Zucker bleibt im Blut, Gefäß- und Organschäden sind die Folge.

Typ-2 häufiger

Typ-1-Diabetes kommt meist schon im Kindes- und Jugendalter durch Störung im körpereigenen Immunsystem vor. Die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden angegriffen und vernichtet. Häufiger ist der Typ-2-Diabetes, der vorwiegend bei älteren Erwachsenen auftritt. Doch auch Jugendliche sind betroffen. Beim Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin, sie werden resistent. Anfangs versucht die Bauchspeicheldrüse, dies auszugleichen, produziert mehr Insulin. Dass der Zuckerstoffwechsel gestört ist, bemerken Betroffene lange nicht. Später bewältigt die Drüse den Bedarf nicht mehr, und der Blutzucker steigt.

Neben erblicher Veranlagung spielen Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel eine Rolle. Diabetes mellitus ist tückisch, da er sich erst bemerkbar macht, wenn bereits Folgekrankheiten auftreten. Darum ist Früherkennung wichtig. Anhaltspunkte für Diabetes können vermehrter Durst und häufiges Wasserlassen, aber auch extreme, häufig auftretende Müdigkeit sowie Konzentrations- und Leistungsschwächen sein. Weitere Indizien: vermehrt auftretende Infektionen, etwa der Haut, der Blase und des Harnweges, Durchblutungsstörungen und Hautjucken, schlecht heilende Wunden, Seh- und Nervenstörungen, wie Kribbeln, Brennen, Taubheit und Schmerzen in den Gliedmaßen.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

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Bei solchen Anzeichen sollte ein Arzt aufgesucht werden, der einen Blutzuckertest vornimmt. Dieser schafft Klarheit darüber, ob der Zucker noch mit entsprechender Diät einstellbar oder medikamentös zu behandeln ist. Mitunter müssen die Betroffenen Insulin spritzen. Es empfiehlt sich, möglichst bald eine Schulung zu besuchen. Parallel dazu erfolgt die Einschreibung in ein Disease Management Programm (DMP). Praktische Hilfen geben unter anderem Diabetesassistenten und spezielle Lotsen.

hhr

Quelle: op-online.de

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