Super-Gau statt Super-Diamant

Frankfurt - Ein vermeintlicher Rohdiamant im Wert von rund 2,5 Millionen Euro, den der Zoll im Januar am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt hatte, hat sich als Bergkristall entpuppt.

 „Der ist 20 Euro wert, das hat ein BKA-Gutachter später festgestellt“, sagte am Freitag Frankfurts Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu der Deutschen Presse-Agentur. Der vermeintliche Schmuggler aus Angola sei inzwischen aus der Haft entlassen. Allerdings habe der 38-Jährige wohl selbst geglaubt, es handele sich bei dem 17 Gramm schweren Stein um einen Diamanten, dies in der Vernehmung nicht bestritten. Die erste Überprüfung des Zolls mit einem Messgerät hatte auf einen 86,7-Karäter schließen lassen. „Diese Geräte sind wohl nicht in jedem Fall zuverlässig“, sagte Möller-Scheu und musste selbst ein bisschen lachen über den Fall, der als größter Fahndungserfolg bei Rohdiamanten in den vergangenen Jahren in Deutschland gegolten hatte. Die Frankfurter Zollfahndung wollte sich auf Anfrage nicht äußern, sie verwies auf das laufende Verfahren und die Pressehoheit der Staatsanwaltschaft.

Drei mal drei Zentimeter großer Klunker

Nach dem vermeintlichen Coup hatte der Sprecher der Zollfahndung über das mit drei mal drei Zentimetern fast Tischtennisball große trübe Mineral gesagt: „Der Diamant sieht eher aus wie ein unscheinbarer Klunker.“ Der Angolaner war damals aus Namibia kommend in Frankfurt gelandet und an der Passagierkontrolle festgenommen worden. Er hatte bei seiner Einreise aus Afrika in die Europäische Union den Stein weder angegeben, noch ein Zertifikat für den vermeintlichen Diamanten bei sich. Neben einem echten portugiesischen Visum fanden die Ermittler bei ihm auch ein gefälschtes namibisches Visum; er wurde verdächtigt, ein Kurier zu sein. Selbst hatte der Mann den Wert des ungeschliffenen Steins auf rund 70.000 Dollar (etwa 48.660 Euro) beziffert. Nach der fachlichen Bewertung des Zolls sollte er dann noch weitaus wertvoller gewesen sein. Haftbefehl war ergangen wegen Steuerhinterziehung, Urkundenfälschung und Verstoß gegen des Außenwirtschaftsrecht.

dpa

Quelle: op-online.de

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