Euro-Paletten- und Gitterboxen gestohlen

Prozess gegen Mitglieder der Osmanen Germania: Mehrere Haftstrafen 

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Prozess gegen Mitglieder der Osmanen Germania beendet - Mehrere Haftstrafen 

Viermal Gefängnis, zweimal Bewährung und ein Freispruch: Das ist das gestrige Ergebnis des seit fast vier Monaten andauernden Euro-Paletten- und Gitterboxenprozesses vor dem Landgericht Darmstadt.

Dietzenbach – Dieser erregte von Anfang an großes öffentliches Interesse, weil die Mehrzahl der Angeklagten der inzwischen verbotenen Osmanen Germania angehörte – unter ihnen die beiden selbst ernannten „Weltpräsidenten“ Mehmet B. (47) und Selcuk S. (39). Sie wurden erst kurz zuvor in einem Stuttgarter Verfahren wegen anderer Delikte verurteilt.

Die Erste Strafkammer blieb mit ihren Schuldsprüchen für die verbliebenen sieben Angeklagten deutlich unter den Anträgen der Oberstaatsanwaltschaft, ließ sich aber nicht auf das Niveau der Verteidiger herab, die vor einer Woche zwei Freisprüche und fünf Bewährungsstrafen gefordert hatten. Da hatte es noch einen befremdlichen Vorfall gegeben. Der Verteidiger des freigesprochenen Murat S. (45) hatte in seinem Plädoyer die Oberstaatsanwaltschaft derart angegriffen, dass für die Kammer die Grenze zur Beleidigung überschritten wurde.

Osmanen Germania: Vorwurf des schweren Bandendiebstahls

Auch wenn einige der 68 angeklagten Fälle eingestellt wurden, weil Teile der polizeilichen Überwachung nicht verwendet werden durften, der Vorwurf des schweren Bandendiebstahls gegen fünf der Angeklagten blieb nach der umfangreichen Beweisaufnahme bestehen. Lediglich Robert B. (33) wurde mit 21 Monaten Haft auf Bewährung wegen Beihilfe verurteilt. Ebenfalls Bewährung auf 18 Monate Haft erhält Enis Y., der den Palettendiebstahl als Lagermitarbeiter ermöglicht hatte. Gefängnis droht nun Mehmet B., Hamza B. (43), Selcuk S. und Ralf D. (59): Sie wurden zu drei Jahren und drei Monaten, zwei Jahren und zehn Monaten sowie zweimal zweieinhalb Jahren verurteilt.

Der Haftbefehl gegen Mehmet B. wird außer Vollzug gesetzt, da bei dem zweifachen Familienvater keine Fluchtgefahr besteht. Sein Stellvertreter Selcuk S. bleibt dagegen in Untersuchungshaft: Die hat er allerdings den Stuttgarter Richtern zu verdanken, die ihn im Januar wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung für drei Jahre und vier Monate ins Gefängnis schickten, dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

6222 Euro-Paletten und 1201 Gitterboxen gestohlen

6222 Euro-Paletten und 1201 Gitterboxen – das sind die als erwiesen geltenden Zahlen – wurden bei Fresenius Kabi Logistik in Friedberg und der Firma Linde Material Handling in Aschaffenburg gestohlen. Die Absprachen fanden im ehemaligen Osmanen-Clubhaus an der Voltastraße statt.  

gel

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