Dinner-Varieté Da Capo

Artistische Höhenflüge

+
Menschliches Gummiband: Kontorsionist Huit Huit

Darmstadt - „Tölpel“ heißt das neue Programm des Dinner-Varietés Da Capo, das im Tipidrom auf dem Karolinenplatz in Darmstadt einmal mehr Comedy, Artistik und Kulinarik geschickt zu vereinen versteht. Von Christian Riethmüller 

Warum denn Trübsal blasen, wenn das Leben doch schön ist? Davon merkt der arme Tölpel aber nichts. Vor dem Spiegel zerknautscht er sein Gesicht, um sich ein Lächeln abzuringen, doch es will ihm nicht gelingen. Traurig hängen ihm die Backen herunter, während im Publikum die Mundwinkel immer weiter in Richtung Ohren wandern. Schließlich gibt mit Klaus Loch einer der großen Pantomime-Künstler auf den deutschen Varieté-Bühnen den Tölpel, dem das Lachen abhanden gekommen ist. Wie er es wieder gewinnt, ist der lose Erzählstrang im neuen Programm des Dinner-Varietés Da Capo in Darmstadt, das bis 31. Dezember wieder atemberaubende Artistik und im wahrsten Sinne des Wortes krachige Comedy zu einem delikaten Drei-Gänge-Menü von Sternekoch André Großfeld bietet.

In seiner Rolle als Tölpel wird Klaus Loch von der als eine Art Alice im Wunderland fungierenden Musical-Sängerin Karina Klüber nicht nur zum Tanz mit den hübschen Da Capo-Tänzerinnen geführt, sondern auch dazu aufgefordert, „sich ein Herz zu nehmen“. Allein schon dieser Auftritt Lochs lohnt den Besuch, kann er doch hier als ein menschlicher Wackelpudding brillieren, der alle Knochen und Gelenke an der Garderobe abgegeben haben muss.

Übertroffen wird Loch in dem von Direktor James Jungeli geschickt zusammengestellten und flott inszenierten Programm nur von dem französischen Kontorsionisten Huit Huit, einem der Stars aus „André Hellers Afrika, Afrika“, der sich tatsächlich durch einen Tennisschläger hindurchschlängeln kann. Ähnlich staunenswert sind die Auftritte der vier schlangengleichen Ethopian Contortionists, der drei Trampo Brothers aus der Ukraine, die im „Blues Brothers“-Outfit große Sprünge machen, oder aber die Balancierkunst einer jungen Dame aus Vietnam, die auf der Slackline so aberwitzige Dinge wie einen Kopfstand vorführt.

Zwischen den artistischen Höhenflügen spielt der Thüringer Hubertus Wawra alias „Master of Hellfire“ immer wieder mit dem Feuer, wenn er nicht gerade - mit reichlich Selbstironie versehen - seine Witzraketen zündet, was nicht nur den titelgebenden Tölpel, sondern vor allem auch das Publikum unbedingt heiter stimmt.

Die Show „Tölpel“ ist bis 31. Dezember im Tipidrom auf dem Karolinenplatz in Darmstadt zu sehen. Tickets ohne Menü kosten zwischen 36 und 40 Euro, Tickets inklusive Menü zwischen 75,50 und 79,50 Euro www.dacapo-variete.de

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare