Panoramabad vor Abriss

Für die Dippemess wird’s eng

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Die 671. Auflage des Volksfestes wird von Plänen für ein Hallenbad überschattet.

Frankfurt - 131 Schausteller und Händler auf 40.000 Quadratmetern, wahrscheinlich wieder 300.000 Zuschauer: Die Zahlen der 671. Dippemess klingen imposant, und doch plagen die Teilnehmer Probleme. Von Christoph Zöllner

Denn die Bäder-Betriebe GmbH erwägt, das Panoramabad in Bornheim abzureißen und dafür ein Hallenbad am Ratsweg zu errichten. Für die Dippemess, die zweimal im Jahr lockt, könnte es eng werden. Entsprechend besorgt äußerte sich Thomas Roie, Vorsitzender des Frankfurter Schaustellerverbandes, gestern bei einem Rundgang über den Festplatz. Er hatte von den Plänen, bis zum Jahr 2017 ein 27 Millionen Euro teures Hallenbad auf dem Parkplatz neben der Eissporthalle zu bauen, aus der Zeitung erfahren. „Das würde uns schon sehr einschränken“, meinte er. Schon jetzt sei jeder Millimeter des Geländes ausgenutzt, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer der Frankfurter Tourismus- und Congress GmbH: „Wir haben den kleinsten Festplatz von allen Großstädten.“

Ein Hallenbad-Neubau soll wirtschaftlicher sein als eine Sanierung des Panoramabades. Das frei werdende Gelände könnte für den Wohnungsbau genutzt werden, was 12,5 Millionen Euro in die Kassen der Stadt spülen würde. Die Folgen für die Dippemess wären indes nicht absehbar, zumal auch noch über den Bau einer Multifunktionshalle auf dem Gelände spekuliert wird.  In ganz Frankfurt gebe es kein Areal, das als Ausweichmöglichkeit für die Dippemess infrage käme, betonte Roie. Er appellierte an Planer und Politiker, angesichts der großen Tradition des Volksfestes - die Wurzeln liegen im 14. Jahrhundert - noch einmal in Ruhe nachzudenken.

Hausmann ist nicht dabei

Vielleicht überzeugt ja ein Besuch der Dippemess, die ab dem morgigen Freitag bis 22. September wieder geöffnet ist. Während der Duft von gebrannten Mandeln, Bratwurst und Popcorn in die Nase steigt, können sich die Gäste in rasanten Fahrgeschäften wie dem „Predator“ auf den Kopf stellen lassen, in der unverwüstlichen „Wilden Maus“ Haken schlagen, ihren Blutdruck auf dem „Sky-Trip“ steigern, im „Alpha 1“ die Macht der Fliehkraft erleben oder im „Chaos-Airport“ einen bizarren Hindernisparcours überwinden.

Im Herbst sei es aufgrund der bundesweiten Konkurrenz schwieriger, attraktive Anbieter zu finden, da ja noch das Münchener Oktoberfest und die Cannstatter Wasen stattfinden, erläuterte Feda. Während das 52 Meter hohe Riesenrad in letzter Minute – diesmal am östlichen Rand des Festplatzes – aufgebaut wird, ist das Festzelt von Edmund Hausmann diesmal nicht dabei. Er schlägt mit seinem Team lieber beim Oktoberfest an der Commerzbank-Arena auf, das am 18. September beginnt. „Für beide Veranstaltungen fehlt mir das Personal“, sagte Hausmann auf Anfrage. Aber natürlich gebe es genügend andere gastronomische Angebote, betonte Roie.

Horrorunfall auf Dippemess 2012

Horrorunfall auf Dippemess

Ihm zufolge haben sich die Besucherzahlen der Herbst-Dippemess, die im Vergleich zur Frühlingsauflage nur zwei statt vier Wochenenden umfasst, in den vergangenen Jahren stabilisiert. Und Feda betont, dass die Frankfurter Traditionsveranstaltung immer noch zur Top Ten der Volksfeste in Deutschland gehört. So soll es auch in Zukunft bleiben - mit oder ohne Hallenbad in der Nachbarschaft.

Die Dippemess am Ratsweg öffnet Montag bis Donnerstag von 14 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag von 14 bis 24 Uhr und am Sonntag von 12 bis 23 Uhr. Am Donnerstag, 18. September, locken halbe Fahrpreise und Sonderangebote, am Dienstag, 16. September, erhalten Kinder Ermäßigungen.

Quelle: op-online.de

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