Doch kein Urteil am Freitag?

Kassel/Frankfurt - Wenige Tage vor der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes zum Ausbau des Frankfurter Flughafens am kommenden Freitag haben Anwälte der Kläger die Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung gefordert.

Uns liegen mehrere Anträge von Rechtsvertretern vor, die noch einmal in die Beweisaufnahme eintreten wollen“, sagte gestern ein VGH-Sprecher. Die Anträge würden jetzt geprüft. An dem Verkündungstermin soll aber festgehalten werden: „Es wird auf jeden Fall eine Entscheidung geben. Aber das muss ja kein Urteil sein. Die Entscheidung könnte ja auch lauten, dass die Verhandlung fortgesetzt wird“, sagte der Sprecher.

Flughafenbetreiber Fraport will vier Milliarden Euro in eine vierte Bahn und ein drittes Terminal stecken. Die neue Landebahn soll im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Bislang zählt der Flughafen jährlich gut 50 Millionen Fluggäste und arbeitet am Rand seiner Kapazität. Für das Jahr 2020 werden 88 Millionen Passagiere erwartet. Befürworter erhoffen sich 40.000 neue Arbeitsplätze. Vor dem VGH hatten Gegner des Ausbaus wie Anrainerkommunen und Umweltverbände geklagt, aber auch die Lufthansa, der die Nachtflugregeln zu streng sind. Die öffentliche Verhandlung war im Juni nach vier Wochen zu Ende gegangen.

Der Würzburger Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, der Frankfurter Anwohner vertritt, forderte gestern eine Wiederaufnahme, weil die Lärmberechnungen der Fraport falsch seien. Das habe zu einer „massiven Unterschätzung der zu erwartenden Lärmbelastung“ geführt. So werde der Fluglärm nachts verdoppelt. „Für unsere Mandanten bedeutet das eine Wertminderung ihrer Grundstücke um 300 Millionen Euro. Dass das nicht einfach hingenommen wird, ist klar“, sagte Baumann. „Alle Berechnungen, die unsere Sachverständigen durchgeführt haben, zeigen, dass das Wirtschaftsministerium den Lärm vor allem in der Nacht massiv unterschätzt hat. Gleiches gilt für die Berechnungen der Fraport.“

dpa

Quelle: op-online.de

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