Angst als Motiv?

Keine „Blutrache“: Mann gesteht Doppelmord

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Ein Bild vom Tatort in Frankfurt. Weitere Motive in der Galerie.

Frankfurt - Mit einem Geständnis beginnt der Prozess um den gewaltsamen Tod zweier Männer in Frankfurt. Der Angeklagte bestreitet aber, aus Rache gehandelt zu haben. Vielmehr sei Angst sein Motiv gewesen.

Im Prozess um den Doppelmord am Frankfurter Gerichtsgebäude hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. „Eingangs möchte ich klarstellen, dass ich für den Tod der beiden Opfer verantwortlich bin“, stand in einer Erklärung des Mannes, die sein Verteidiger heute vor dem Landgericht verlas. „Ich bin weder froh noch stolz darauf“. Die tödlichen Schüsse auf die beiden Männer im Januar 2014 seien „das Ende einer langen Geschichte“ gewesen. Er habe aber nicht aus Rache, sondern aus Angst gehandelt.

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Dem Angeklagten wird zweifacher Mord zur Last gelegt. Er soll aus Rache zwei Männer mit Schüssen und Messerstichen umgebracht haben. Sie hatten vor Gericht gestanden, weil sie seinen Bruder getötet und seinen Sohn schwer verletzt haben sollen und waren zunächst wegen Notwehr freigesprochen worden. Später hatte der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben. Auch danach habe sich sein psychischer Zustand nicht gebessert, ließ der Mann erklären. Im Gegenteil: Kurz vor dem neuen Verfahren sei er von einem der Angeklagten massiv unter Druck gesetzt worden. „Er bot mir 60.000 Euro für eine ihn entlastende Zeugenaussage. Anderenfalls würde meine Familie vernichtet. Ich hatte einfach Angst.“

Mit „Blutrache“ habe die Tat deshalb nichts zu tun. Er habe immer auf ein versöhnliches Zeichen der Kontrahenten gewartet. Nach den Schüssen und Messerstichen sei er nur deshalb erleichtert gewesen, „weil meine Familie in Sicherheit war“. Auch die Staatsanwaltschaft war von dem Freispruch in dem ersten Prozess gegen die späteren Opfer überrascht gewesen. Die damalige Sitzungsvertreterin sagte als Zeugin, sie habe damals jeweils 13 Jahre Haft wegen Totschlags gefordert.

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dpa

Quelle: op-online.de

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