Hofheimer Doppelmord aufgeklärt

Hofheim/Frankfurt - Vor einem Jahr wurden die Leichen eines Vaters und seines Sohns in Südfrankreich gefunden. Nun steht der Fall wohl kurz vor der Aufklärung: Der Bruder und Sohn der Getöteten aus Hofheim soll die Tat begangen haben.

Der 40 Jahre alte Mann soll seinen ein Jahr älteren, blinden Bruder und den gemeinsamen Vater aus Habgier mit Kopfschüssen getötet haben. Das berichtete heute Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu in Frankfurt.

Die Leichen waren Ende November 2010 in Südfrankreich gefunden worden - in orientalische Teppiche und Müllsäcke gewickelt. Der Verdächtige sitzt bereits seit Ende Oktober in U-Haft. Er habe sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Die Anklagebehörde geht bislang davon aus, dass er seine Angehörigen in Hofheim erschoss, die Toten mit einem Auto rund 1000 Kilometer bis nach Südfrankreich fuhr und dort ablegte.

Mit der Kreditkarte des Vaters Geld abgehoben

Die drei Männer lebten in verschiedenen Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus, das dem Vater gehörte. Ein Mieter hatte den 67-Jährigen und seinen Sohn bei der Polizei als vermisst gemeldet - fünf Tage bevor die Leichen in Frankreich - mehrere Kilometer voneinander entfernt - gefunden wurden. Der jüngere Sohn und Tatverdächtige sei daraufhin in Südfrankreich erreicht worden. Er habe damals aber gesagt, die beiden seien vermutlich wegen einer Behandlung seines blinden Bruders unterwegs.

Die Ermittler entdeckten in dem Haus jedoch den Führerschein und Kreditkarten des Vaters; außerdem stand sein Auto in der Garage. Eine Durchsuchung der Wohnungen und des Gartens ergab zunächst aber keine konkreten Anhaltspunkte. Ende Oktober 2010 habe der jüngere Bruder dann das Auto seines Vaters verkauft. Im Sommer 2011 sei er in eine der Wohnungen der beiden Verschwundenen gezogen und habe die andere vermietet. Außerdem soll er mit der Kreditkarte des Vaters Geld abgehoben haben. „Das war alles schon sehr auffällig“, sagte Möller-Scheu.

Ein von den französischen Behörden zunächst angenommener Zusammenhang mit den rechtsterroristischen Morden in Deutschland habe sich nicht bestätigt. Die Toten hätten keine ausländischen Wurzeln, und auch sonst gebe es keine Hinweise. Die Tatwaffen haben lediglich das gleiche Kaliber. „Das ist aber ein sehr gängiges.“ Die französischen Behörden ermitteln ebenfalls. Die Leichen wurden noch nicht nach Deutschland überführt.

dpa/lhe

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Edith Ochs

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