Doppelmord ohne Leichen: Verteidigung plädiert auf Notwehr

Limburg - Im Prozess um den Doppelmord ohne Leichen hat die Verteidigung eines Angeklagten eine „zeitliche Freiheitsstrafe“ für seinen Mandanten gefordert. Die Anklagebehörde wirft dem Mann und seinem Sohn vor, zwei Halbbrüder vermutlich im mittelhessischen Uckersdorf ermordet zu haben.

Der 62-Jährige hatte in dem schon über 19 Monate dauernden Verfahren vor dem Landgericht gestanden, die beiden Halbbrüder erschossen zu haben. Am Tag der Bluttat Ende Februar 2009 will der 62-Jährige die Halbbrüder in Notwehr umgebracht und die Leichen in einem Öltank verbrannt haben. Er sei von den beiden wegen Rauschgiftgeschäften erpresst worden, hatte er gestanden. Die Leichen waren nie gefunden worden.

Die getöteten Männer waren Drogendealer und die Angeklagten, die eine Marihuana-Plantage betrieben, waren ihre Lieferanten. Mit der Plantage sollen Vater und Sohn rund 210.000 Euro jährlich umgesetzt haben. Der Verteidiger des 62-Jährigen sagte, der Angeklagte habe die Halbbrüder zwar getötet. Es sei aber kein Verdeckungsmord, wie ihn die Staatsanwaltschaft konstruiert habe. Über den Ablauf der Bluttat, die Tatwaffe oder das Motiv sei nichts Konkretes bekannt geworden. Da die Leichen nicht gefunden wurden, müsse das Gericht davon ausgehen, dass die Schilderung des Angeklagten zum Tötungsvorgang wahr sei.

Die Staatsanwaltschaft als auch der Nebenklagevertreter hatten für beide Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mords und Drogenhandels jeweils eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Zudem sollte das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen. Das Urteil soll am 12. August gesprochen werden.

Quelle: op-online.de

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