Nach Selbstjustiz vor Gericht

Doppelmord-Prozess: Richter nicht befangen

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Der Angeklagte Hamayon S. ist des Doppelmordes angeklagt.

Frankfurt - Der Prozess um den Doppelmord am Frankfurter Gerichtsgebäude kann wie geplant fortgesetzt werden. Der Befangenheitsantrag des Angeklagten gegen den Vorsitzenden Richter wurde vor dem Landgericht Frankfurt zurückgewiesen.

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Die Tatsache, dass der Richter 2008 am Freispruch der beiden später getöteten Männer mitgewirkt habe, lasse nicht automatisch den Schluss zu, dass er nicht mehr vorurteilsfrei sei, hieß es. Nachdem sich der Angeklagte auch am zweiten Verhandlungstag nicht zu den Tatvorwürfen und seiner Person äußern wollte, wurde der Rechtsanwalt im Zeugenstand vernommen, der ihn und seine Familie in dem Verfahren gegen die späteren Opfer als Nebenkläger vertreten hatte. Der Jurist berichtete, sein Mandant habe nach der Tötung des Bruders durch die beiden späteren Opfer "flehentlich auf ein Zeichen der anderen Familie wartete".

Weil sich der Täter in beiden Prozessen stattdessen aber "übertrieben selbstbewusst" gezeigt habe, sei sein Mandant "sehr, sehr aufgebracht und aufgeregt" gewesen. Gleichwohl sei das Blutbad am 24. Januar dieses Jahres vor dem Gerichtsgebäude für ihn "komplett überraschend" gewesen, sagte der Rechtsanwalt. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch (17. Dezember) mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

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dpa

Quelle: op-online.de

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