Mit drei Mal „ja“ in Runde zwei

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Illusionist Harry Keaton

Offenbach ‐ Als nach knapp zehn Minuten Dieter Bohlen mit „Drei Mal ja!“ den Weg frei machte für den Einzug in die nächste Runde, huschte ein Lächeln über das Gesicht von Harry Keaton. Von Oliver Signus

Der in Offenbach lebende Illusionist hatte am Samstagabend seinen ersten Auftritt in der RTL-Castingshow „Das Supertalent“ und begeisterte das Publikum als Glas zersingender Entertainer. Bei der Jury musste sich Keaton, der sein Alter mit 41 Jahren angibt, allerdings alles hart erarbeiten.

Vor allem Bruce Darnell zickte schwer, Sylvie van der Vaart zeigte sich abwartend, und Bohlen war anfangs wenig beeindruckt von den Künsten Keatons. Einen TV-Debütanten hätte das vielleicht verunsichert, doch ließ sich Keaton dank seines unerschütterlichen Selbstbewusstseins und mehr als 20-jähriger Bühnenerfahrung nicht aus der Fassung bringen und manövrierte sich vorbei an der Jury in die Herzen des Publikums.

Flasche mit Hilfe seiner Stimme verformt

Das kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als der in Dreieich aufgewachsene Künstler (von seiner Heimatstadt erhielt er 1986 den Kulturförderpreis) zunächst eine Glühbirne mit seiner bis an die Grenze des Erträglichen gehenden Stimme zum Bersten brachte. Sicher war sie weniger nervtötend als die des Oskar Matzerath in der Verfilmung des Romans „Die Blechtrommel“ von Günter Grass, doch war sie für Keaton ohnehin nur Mittel zum Zweck, um abzulenken vom eigentlichen Trick.

Als nächstes zersang Keaton ein Wasserglas, bevor er eine Flasche mit Hilfe seiner Stimme verformte, so dass sie am Ende durchaus Teil eines Kunstwerks von Salvador Dalí hätte sein können. Kameraschwenks ins Publikum zeigten immer wieder Zuschauer, die versuchten, sich die Tricks zu erklären. Keaton indes bereitete einen weiteren Coup vor. Eine Glaskugel sollte das nächste Opfer sein. Zu „Moonriver“, für dessen Interpretation Keaton bei „Deutschland sucht den Superstar“ von Bohlen mit Hohn und Spott nur so übergossen worden wäre, sorgte er zunächst dafür, dass sich die Zuschauer reihenweise die Finger in die Ohren steckten, um den Schmerz in den Gehörgängen zu lindern.

Stimme „gar nicht so schrecklich“

Keiner achtete wohl genau auf die etwa zwei Mal einen Meter große und vier Millimeter dicke Glasplatte, die schräg hinter dem Künstler stand. Nach quälenden Sekunden, gefüllt mit hohem Gesang der unterirdischsten Qualität, zerbarst die Platte, von deren Stabilität sich Bohlen und Darnell zu Beginn des Auftritts überzeugt hatten, in tausend Teile.

„Warum ist das?“, fragte mit großen Kulleraugen Sylvie van der Vaart, die Keatons Stimme „gar nicht so schrecklich“ fand. Der hüllte sich selbstverständlich in Schweigen und kündigte im Falles seines Weiterkommens eine Illusion mit einem Eisblock an. Das brachte dann auch Darnell zum Schmelzen, Bohlen nickte ebenfalls wohlwollend, und vom Applaus des Publikums getragen gab es das Ticket für die nächste Runde.

Quelle: op-online.de

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