„Höchst“, „Hofheim“ und „Bad Soden“ sollen fusionieren

Drei Krankenhäuser mit einem Dach

+

Frankfurt - Synergieeffekte, Einsparungen, eine Verbesserung der medizinischen Versorgung und die Spezialisierung auf Fachgebiete an den einzelnen Standorten - das sind die Ziele der sich anbahnenden Kooperation der Main-Taunus-Kliniken mit dem städtischen Krankenhaus Frankfurt-Höchst. Von Michael Eschenauer 

Nachdem die Koalition von CDU, FDP und FWG im Kreistag Main-Taunus am Montag mit Stimmen der Grünen die Gründung einer entsprechenden Dachgesellschaft zugestimmt hat, wird heute mit der Zustimmung von Schwarz-Grün im Frankfurter Römer gerechnet. Die Gründung des Klinikverbundes mit dem Namen Frankfurt-Main-Taunus GmbH (FMT) hat Vorbildcharakter und wird von anderen kommunalen Krankenhäusern akribisch verfolgt, denn ein Hereinnehmen weiterer Häuser in den Verbund ist möglich.

Die Main-Taunus-Kliniken beschäftigen über 1500 Mitarbeiter. Die Standorte in Hofheim und Bad Soden verfügen über 550 Betten, behandeln jährlich 22.000 Patienten stationär und 41.000 ambulant. Das Defizit lag im Jahre 2014 bei rund 800.000 Euro. In Höchst sollen in dem geplanten Neubau 660 Betten stehen. Bisher wurden pro Jahr 36.000 Menschen stationär und 80.000 ambulant behandelt. Der Mitarbeiterstamm liegt bei 2000, das Defizit bei vier Millionen Euro. Die Zusammenarbeit könnte im Erfolgsfall bereits 2018 zu Mehreinnahmen von mindestens acht Millionen Euro jährlich und schwarzen Zahlen führen. Das Einsparvolumen wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt. Der Verbund, es wäre der größte seiner Art in der gesamten Region - soll seine Arbeit zum Jahreswechsel beginnen.

Für Frankfurt ist die Entscheidung zunächst mit Investitionen in Höhe von 286 Millionen Euro verbunden. 182 Millionen davon fließen in den ersten Bauabschnitt des Klinikneubaus, der den Altbau ersetzt. Der zweite Bauabschnitt wird fast 50 Millionen Euro verschlingen. 110 Stellen sollen eingespart, diverse Dienstleistungen ausgelagert werden. is zum Jahre 2021 sollen Verluste der FMT GmbH aufgefangen werden. Dabei wird mit einem Betrag von rund 44 Millionen Euro gerechnet. Sollten die erhofften Synergieeffekte nicht ausreichend greifen und eine wirtschaftliche Erholung der drei Kliniken ausfallen, können Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis über eine Rückabwicklung der Fusion verhandeln.

Alzheimer - die Krankheit des Vergessens  

SPD und Linke in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, aber auch im Kreistag Main-Taunus sind gegen die Fusion. Haupt-Gegenargument für die Sozialdemokraten ist die starke, ja zwingende Ausrichtung des Klinikverbundes auf Wirtschaftlichkeit und das langfristige Ziel der Kostendeckung. Die Bildung der Dachgesellschaft sieht so aus, dass die FMT GmbH je 94 Prozent der Anteile von Frankfurt und des Main-Taunus-Kreises an den eigenen Kliniken übernimmt. Geführt wird der Verbund von zwei Geschäftsführern, kontrolliert vom Aufsichtsrat. Es wird damit gerechnet, dass dies die derzeitigen Funktionsträger der Main-Taunus-Kliniken und des Krankenhauses Höchst sein werden.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare