Drei Zonen für mehr Ruhe

+
Eine Karte von den verschiedenen Lärmschutzbereichen.

Wiesbaden (dpa/mic) ‐ Kurz bevor die ersten Flugzeuge auf der neuen Landebahn in Frankfurt landen, hat die hessische Regierung die Lärmschutzauflagen am Flughafen verschärft. „Unser Ziel war es, den größtmöglichen Schutz der Bevölkerung zu realisieren“, sagte Verkehrsminister Dieter Posch (FDP).

Eine neue Lärmschutzverordnung gebe etwa 120 000 Flughafenanwohnern einen „Anspruch auf verbesserten passiven Schallschutz“. Für den Einbau von Schallschutzfenstern, Lüftungsanlagen und Schalldämmungen muss der Flughafenbetreiber Fraport aufkommen. Der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte bezifferte die zu erwartenden Kosten auf etwa 150 Millionen Euro.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar und den Artikel „Probleme Offenbachs ungelöst“

Er kündigte Sofortmaßnahmen an für die Haushalte, über deren Dächer ab November die Jets auf die Nordwestlandebahn einschweben werden. „Hier ziehen wir freiwillig die Erstattung von Aufwendungen vor.“ Von Ginsheim-Gustavsburg im Westen bis zum Stadtrand von Offenbach könnten etwa 17.000 Haushalte davon profitieren. Schulte rechnete mit einem Aufwand von etwa 25 Millionen Euro für diese ersten Schritte. Vollständig muss der Anspruch auf passiven Lärmschutz erst nach sechs Jahren verwirklicht werden, wenn der Flughafen seine volle Kapazität erreicht haben soll. Fraport will die Kosten weitgehend an die Fluggesellschaften weitergeben.

Grundstückseigentümer müssen die Anträge auf Schallschutzhilfen beim Regierungspräsidium Darmstadt stellen. Die neue Lärmschutzverordnung beschreibt nach Angaben von Posch drei Schutzzonen rund um den Flughafen. Die Nachtschutzzone gilt, soweit der Fluglärm rechnerisch mit einem Dauerschallpegel von 50 Dezibel streut. In der enger gezogenen Tagschutzzone 1 gelten 60 Dezibel und mehr, in der etwas weiter gezogenen Tagschutzzone 2 sind es 55 Dezibel. Das hessische Kabinett hatte die Lärmschutzverordnung jüngst verabschiedet, sie soll Mitte Oktober in Kraft treten.

Kritik gab es gestern reichlich: „Die Offenbacher Probleme bleiben ungelöst“, kommentierte der in Offenbach für den Flughafenausbau zuständige Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) die Lärmschutzzonen. Die Bundesvereinigung gegen den Fluglärm nannte die Verordnung unzureichend. Das alltägliche Leben bleibe beeinträchtigt, meinte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD).

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare