Drama in Dreieich

Tote Rehkitze: Spaziergänger machen grausigen Fund

+
Verletzt: Dieses Rehkitz kam unter den Mähdrescher.

Ein Landwirt hat beim Mähen seiner Wiesen in Sprendlingen zwei Rehkitze übersehen. Die Tiere haben den Unfall mit dem Mähdrescher nicht überlebt. Der Sprendlinger Udo Herth hat ein totes und ein schwer verletztes Kitz in der Nähe des Hundeplatzes gefunden.

Dreieich – „Ich war mit meiner Frau und unseren beiden Malinois spazieren. Die Hunde waren wegen der Brut- und Setzzeit an der Leine“, erzählt Herth. Er habe dann ein ausgewachsenes Reh auf einer gerade erst abgemähten Wiese entdeckt. Der Landwirt habe kurz zuvor noch auf einer benachbarten Wiese gearbeitet, berichtet Herth. „Ich habe mich gewundert, dass die Ricke nicht weggerannt ist, obwohl wir mit den Hunden immer näherkamen. Das kam mir sehr verdächtig vor. Erst als ich zehn Meter vor ihr stand, ist sie losgesprungen“, schildert der Spaziergänger.

Er begutachtete die Stelle, wo das Reh zuvor gestanden hat, und fand ein noch lebendes, schwer verletztes Kitz, etwas weiter entfernt ein bereits totes. Die herbeigerufenen Polizeibeamten erlösten das Kitz mit einem Schuss, der Mähdrescher hatte ein Bein abgetrennt und das Tier damit keine Überlebenschance. Polizeipressesprecher Rudi Neu vom Polizeipräsidium Südosthessen bestätigt den Fall: „Es ist nicht schön, ein Tier zu erschießen. Aber wenn es das Leid verkürzt, sicher die richtige Entscheidung“, sagt er. Die Beamten informierten den zuständigen Jagdpächter, der sich um die Kadaver kümmerte.

Drama der Kitze ist in jedem Frühling ein Thema

Das Drama der Kitze ist in jedem Frühling ein Thema. Denn der Instinkt der Tiere sagt ihnen, sich bei Gefahr klein zu machen und zu verharren. So haben sie gegen den Mähdrescher keine Chance. Doch die Heuwiesen dürfen während der Brut- und Setzzeit gemäht werden – so die Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde, die beim Kreis angesiedelt ist. „Das ist ganzjährig erlaubt – im Rahmen der ordnungsgemäßen Landwirtschaft“, erklärt Kreis-Pressesprecherin Ursula Luh. Mit rechtlichen Konsequenzen habe ein Landwirt bei einem solchen Unfall während der Erntezeit nicht zu rechnen. „Es wäre höchstens eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen Jagdpächter und Landwirt“, sagt Luh.

Polizeisprecher Neu weiß: „Es wird schon viel getan, um das Überfahren von einem Rehkitz zu verhindern. Die Landwirte haben zum Teil Drohnen mit Wärmebildkameras im Einsatz.“ Ob das in Sprendlingen der Fall war, ist nicht bekannt. Es muss aber auch für den Bauer ein schlimmes Erlebnis sein, über ein Kitz zu fahren.

VON NICOLE JOST

Lesen Sie auch:

Irre Verfolgung: Frau jagt Verbrecher mit ihrem Pferd

Irre Verfolgungsjagd in Hessen: Eine Frau verfolgt in Hainburg einen Verbrecher mit dem Pferd. Die Polizei ermittelt.

Berühmtes Bambi bald wieder in Groß-Zimmern - aus traurigem Grund

Der bundesweit bekannt gewordene Rehbock aus Groß-Zimmern soll im Sommer wieder zurück in seine Heimat kommen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare